Wieser bei WM ohne Chance aufs Stockerl. Die extreme Kälte setzte dem Traisner bei den Rennen in Finnland zu sehr zu.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 17. Februar 2021 (01:06)
Der Traisner Philip Wieser tat sich bei der extremen Kälte in Finnland sehr schwer.
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Die Junioren-WM in Vuokatti (FIN) ist geschlagen, der erhoffte Top-10-Platz ist sich für den Traisner Philip Wieser bei seinen drei Starts aber nicht ausgegangen. Am besten lief es für ihn noch über die 10-km-Skatingstrecke mit Rang 24. „Die extreme Kälte mit hoher Luftfeuchtigkeit hat mir überhaupt nicht bekommen, ich habe mich immer unwohl gefühlt und mein Leistungsvermögen vor der WM nicht annähernd erreicht“, ärgert sich Wieser.

Am Material habe es nicht gelegen. „Vor allem über zehn Kilometer hatte ich Spitzenlatten drunter, aber meine Leistung war nur durchschnittlich und in diesem Starterfeld reicht das nicht“, erklärt er. Wie stark die Gegner waren, zeigt ein Blick aufs Siegespodest. Alle drei 10-km-Medaillengewinner haben im Weltcup schon Top-20-Plätze geholt! Wieser hat die Ergebnisliste auch hinsichtlich der Altersklassen-Europacup-Gegner durchforstet. In dieser Wertung wäre er Siebenter geworden.

Die Strecken waren aber nicht nur wegen der Kälte so schwer, sondern auch wegen der Höhendifferenz — beim 30-km-Massenstart waren es etwa 1.200. „Das ist nur 50 Meter unter dem maximal erlaubten“, erklärt Wieser, der Steigungen eigentlich liebt. „Aber dazu muss die Form am Punkt passen, was nicht der Fall war“, berichtet er auch von ungewohnter Nervosität vor dem Massenstartrennen über die klassische Distanz am Ende der WM. „Ich habe kaum geschlafen vorher, was für mich völlig ungewohnt ist und dann habe ich beim Einfahren auch noch viel zu viel Diagonaldruck gegeben, sodass wir die Dicke des Steigwachses verschätzt haben“, nimmt er den Fehler auf seine Kappe. Somit gab‘s beim Schlussbewerb „nur“ Rang 54.

Den Sprint zu Beginn der WM hatte Wieser ohnehin nur zum lockeren Einlaufen bestritten. „Ich habe aber da schon bemerkt, dass die minus 13 Grad nicht meine Bedingungen sind, bin nicht so befreit gelaufen, wie die Wochen zuvor.“ Trotzdem sieht er den WM-Start positiv. „Da nehme ich schon was mit für die Zukunft!“

„Ich habe aber da schon bemerkt, dass die minus 13 Grad nicht meine Bedingungen sind, bin nicht so befreit gelaufen, wie die Wochen zuvor.“

Viele Starts heuer wird es aber wohl nicht mehr geben. Wieser glaubt, dass der Weltverband nur noch schaut, alle Weltmeisterschaften durchzuboxen, um dann die Saison vorzeitig zu beenden. „Zwei Continentalcup- und zwei Austria-Cup-Starts sollten sich aber für mich noch ausgehen“, hofft er. Und am kommenden Wochenende will Wieser auch beim Landesrennen am Lahnsattel starten. „Bei solchen Rennen ist man groß geworden“, vergisst der Traisner seine Wurzeln nicht.

Und natürlich läuft schon die Planung für kommende Saison, dann hoffentlich als Heeressoldat. „Natürlich wäre ein Top-20-WM-Platz optimal dafür gewesen, aber meine Continental-Cup-Platzierungen sollten auch schon für den Heeresplatz reichen“, ist er optimistisch.