Andreas Fuchs: Über Lanzarote nach Hawaii. Es war ein harter Kampf, den sich der Gollinger Andreas Fuchs beim Ironman auf Lanzarote lieferte – aber er wurde belohnt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 21. Juli 2021 (02:45)
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Andreas Fuchs
privat

Die Durststrecke war CoV-bedingt lang gewesen, umso größer war die Freude bei Andreas Fuchs, endlich wieder am Start zu stehen: beim traditionsreichen Ironman Lanzarote. „Niemals ließ ich mir durch all die Wettkampfabsagen die Freude am Training nehmen, auch wenn ich es ein paar Mal hinterfragt habe, warum ich denn so hart trainiere. In den letzten Jahren waren es immer so um die 900 Stunden“, erzählt Fuchs, der beim ersten Ironman in Europa nach den Corona-Absagen einen Top-Drei-Platz in seiner Altersklasse (männlich, 55 bis 59 Jahre) und damit die Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii anstrebte.

Der Ironman auf Lanzarote gilt als höchst anspruchsvoll. Wellen und Strömungen prägen die 3,86 Kilometer Schwimmen im Atlantik, bei den 180,2 Kilometern auf dem Rad weht beinahe ununterbrochen starker Wind, noch dazu sind dabei rund 2.600 Höhenmeter zu absolvieren. „Und dann noch ein Marathon in der brütenden Hitze Lanzarotes“, schmunzelt Fuchs, der die Insel bestens kennt – drei- bis viermal pro Jahr weilt er dort auf Trainingslager.

Herausforderung im Wasser wie am Land

Im Wasser hatte der Gollinger mit Wadenkrämpfen zu kämpfen, noch dazu schwamm er mit einer Gruppe versehentlich 500 Meter zu weit. Nach 1:32 Stunden war er wieder an Land. „Meine schlechteste Schwimmzeit ever“, schüttelte Fuchs den Kopf, konnte sich aber dennoch motivieren, beim Radfahren und Laufen alles zu geben. Auch wenn ihm Magenprobleme – vermutlich aufgrund von zu viel Salz – zu schaffen machten, absolvierte Fuchs die gut 180 Kilometer auf dem Rad planmäßig nach knapp über sechs Stunden. Dann stand „nur“ noch der Marathon am Programm.

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Nach insgesamt 11:15:02 Stunden überquerte Andreas Fuchs auf Lanzarote die Ziellinie, was die erhoffte Platzierung in seiner Altersklasse bedeutete.
privat, privat

„Nachdem ich wusste, dass ich für die Qualifikation einen dritten Platz brauchte, nahm ich das Laufen mit 4:40 Minuten pro Kilometer in Angriff, was bei dieser Hitze und 450 Höhenmetern nicht so einfach war“, blickt Fuchs zurück. Ohne die Magenprobleme wäre zwar eine Zeit zwischen 3:20 und 3:25 Stunden möglichgewesen, mit 3:32:22 Stunden war es aber Gewissheit: Fuchs finishte als Dritter seiner Altersklasse und erfüllte sich damit den Traum, sich für die Ironman-WM auf Hawaii zu qualifizieren. Zwei Jahre hatte er daran gearbeitet. Die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Was für ein Kampf auf meiner Lieblingsinsel Lanzarote. Dass es gerade auf dieser Insel zu einem Slot nach Hawaii reicht, ist wie ein Märchen für mich.“