Ostern erstmals ohne Lauf. Seit fast vier Jahrzehnten führt der Osterlauf durch die Melker Innenstadt. Die Coronavirus-Schutzmaßnahmen haben nun die erste Absage erzwungen.

Von Michael Bouda. Erstellt am 01. April 2020 (09:42)
Hans Plasch, Herbert Sandwieser und Stefan Schweiger (v. l.) vom HSV Melk müssen ebenso wie die jährlich rund 500 Starter auf 2021 warten, bis am Ostermontag wieder durch die Melker Innenstadt gelaufen werden kann
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Wie für Kinder ein Weihnachten ohne Geschenke ist für den HSV Melk ein Ostern ohne Osterlauf. Und 2020 ist das der Fall: Aufgrund der Coronakrise kann der Osterlauf nach 37 Jahren erstmals nicht stattfinden. „Meine ganze Energie und mein Herz hängen dran“, seufzt der langjährige HSV-Obmann Hans Plasch, der den Melker Osterlauf vor knapp vier Jahrzehnten ins Leben gerufen hat.

Plasch betrieb damit Pionierarbeit: Noch vor den anderen großen Stadtläufen wie Krems, Amstetten oder St. Pölten wurden die zehn Kilometer durch die Melker Altstadt, damals noch ohne Fußgängerzone, absolviert. Sogar als der Hochwasserschutz in Melk gebaut wurde, fand der Lauf statt, nationale wie internationale Laufgrößen waren, vor allem in den früheren Jahren, in Melk am Start. „Der Osterlauf war immer der erste Lauf, kurz vor dem Wien-Marathon – perfekt zur Formüberprüfung“, blickt Plasch zurück.

Dass die 38. Ausgabe nun nicht über die Bühne gehen kann, schmerzt Plasch. „Der Osterlauf ist mein ‚Baby‘. Und er war die vergangenen Jahre immer meine Therapie“, erzählt der 75-Jährige, wie ihm der Osterlauf immer wieder bei schweren gesundheitlichen Schicksalsschlägen geholfen hat. Dementsprechend blickt Plasch voller Vorfreude auf den Ostermontag 2021: „Wir hoffen und sind voller Zuversicht. Wir werden weiterkämpfen.“

Finanzieller Schaden hält sich in Grenzen

Immerhin wurden etliche Aufwendungen wie der Kauf der Siegerpokale noch nicht getätigt, womit der finanzielle Schaden überschaubar bleibt. „Es ist gut, dass wir schon früh Gewissheit hatten“, sagt der nunmehrige HSV-Obmann Herbert Sandwieser.