Jerome Liedtke feiert größten Erfolg. Der Ybbser Jerome Liedtke vom Snooker Club Kemmelbach (Snock) hat sich in Wien zum Vizestaatsmeister gekürt. Das nächste Highlight wartet mit der EM-Teilnahme in Portugal.

Von Michael Bouda. Erstellt am 28. Januar 2020 (01:55)
Hatten gut lachen. Jerome Liedtke (l.) kürte sich in Wien zum Vizestaatsmeister hinter Florian Nüßle (M.) und noch vor Philipp Koch (r.).
privat

„Der Finaleinzug war schon der Wahnsinn“, lacht Jerome Liedtke. Bei der Snooker-Staatsmeisterschaft in Wien wusste der 29-jährige Ybbser aufzutrumpfen: Er kürte sich hinter dem 18-jährigen Florian Nüßle zum Vizestaatsmeister.

Eine „g‘mahde Wiesn“ war der Weg bis ins Endspiel am grünen Filz aber nicht. Zuerst setzte er sich noch souverän gegen Mike Busse mit 4:0 durch. „Da konnte ich die Trainingsleistung perfekt umsetzen“, blickt Liedtke zurück. „Dann ist es aber knackig geworden“, spricht der Ybbser das Viertelfinale gegen Elias Kapitany an. Gegen Österreichs Nummer vier geriet Liedtke prompt in Rückstand. Die drei Frames darauf entschied Liedtke dann für sich, wobei auch ein 40er-Break dabei war. „Leider habe ich beim Stand von 3:1 aber den Sack nicht zugemacht“, ärgert sich Liedtke im Nachhinein. Denn nach zwei gewonnenen Frames seines Kontrahenten ging es in den Entscheidungsframe. Der hatte es dann dafür aber zugunsten Liedtkes in sich: Auch dank eines 46er-Breaks ließ er Kapitany keine Chance – 64:0. „Zu Null gewinnt man auch nicht alle Tage“, freute sich Liedtke, der damit im Halbfinale stand.

Dort wartete mit Philipp Koch der drittbeste Snookerspieler des Landes. „Das war ein sehr umkämpftes Match“, verweist Liedtke auf oftmalige Führungswechsel, bis er sich schließlich 4:2 durchsetzte. „Ich bin mit dem Druck gut umgegangen“, jubelte er über den Finaleinzug.

Im Endspiel gab es gegen die Nummer eins Florian Nüßle dann zwar nichts zu holen (0:5), der Ärger hielt sich in Anbetracht des Vizestaatsmeistertitels aber in Grenzen. Liedtke: „Das ist mein bisher größter Erfolg.“

„Snock“ war erstmals dreifach vertreten

Liedtkes Freude war aber nicht auf den Finaleinzug beschränkt: Zusammen mit Jeffrey Pang und Benjamin Stoppacher waren beim wichtigsten nationalen Turnier erstmals drei Spieler vom Snooker Club Kemmelbach vertreten: „Das macht mich als Obmann natürlich stolz.“

Nun heißt es für den Ybbser weitertrainieren. Denn als Nummer fünf Österreichs wurde Liedtke für die EBSA-Snooker-Europameisterschaft, die zwischen 10. und 22. März in Albufeira, Portugal, stattfindet, nominiert. „Das erste Ziel ist, die Gruppenphase zu überstehen. Aber das kommt darauf an, wie viele Ex-Profis mit dabei sind.“