Viel Lärm um wenig Stoff beim Beachvolleyball . Wird über Beachvolleyball berichtet, geht es oft um knappe Bikini-Höschen. Auch beim Vienna Major stellt sich die Frage: Freizügig, feministisch – oder „Arbeitskleidung“?

Von Denise Schweiger. Erstellt am 06. August 2019 (02:00)
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In den Zuschauerreihen der Beachvolleyball Major Series war der Bezirk Melk stark vertreten: die Vereinsmitglieder des Beachvolleyballclubs Mank (BVC Mank) und Bärbel Schwaiger aus Kilb, langjährige Spielerin, Linienrichterin und Gründerin des Manker Hallenvolleyballvereins (Portrait unten).

Auf der Wiener Donauinsel gab es vergangenes Wochenende viel zu sehen. Fliegende Bälle, tausende Tonnen Sand, die besten Beachvolleyball-Teams der Welt – und jede Menge nackte Haut.

Immer wieder gerät das Bikini-Höschen – mit einer Maximallänge von sieben Zentimetern an der Seite – als Sportbekleidung ins Visier der Medien. Seit 2012 wurden die Kleidervorschriften für die weiblichen Teilnehmer der Olympischen Spiele aus religiösen Gründen gelockert: Auch in Shorts, die mindestens drei Zentimeter oberhalb des Knies enden müssen, und Shirt darf gebaggert und gepritscht werden. Dass es ebenso Zentimeterangaben bei der Hosenlänge der „beachenden“ Männer gibt, fällt dabei allerdings meist unter den Tisch. Die Shorts der Herren müssen mindestens 15 Zentimeter oberhalb des Knies enden.

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„Sexistisch“ finden das die einen, „völlig wurscht“ die anderen. Und was sagen die Spielerinnen dazu? Bärbel Schwaiger aus Kilb kennt das Beachvolleyballfeld aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen spielte sie selbst lange Zeit, zehn Jahre lang war sie Linienrichterin bei den Major Series in Klagenfurt. Zum anderen sitzt sie auch heute gern im Publikum. „Ich sehe das nicht so eng. Für mich ist der Bikini im Beachvolleyball Arbeitskleidung“, erläutert sie. Schwaiger selbst greift auch lieber zum Bikini als zu Shirt und Shorts, wenn sie das Feld betritt.

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Dass Zuschauer nicht wegen der sportlichen Leistung zu einem Spiel kommen, hat die gebürtige Kilberin und Wahl-Rabensteinerin allerdings auch schon erlebt. „Bei einem Bewerb in Wien filmte und fotografierte uns ein Mann. Der Veranstalter tat nichts dagegen. Als wir ihn ansprachen, hörte er damit auf.“

Ob es wirklich zentimetergenaue Angaben braucht, stellt Schwaiger aber doch infrage. „Zumindest ab einer bestimmten Turnierkategorie muss es klar definierte Regeln geben, das steht fest.“