Voller Körpereinsatz. Die gebürtige Kemmelbacherin Barbara Hölzl ist seit zwei Jahren beim Team der „Vienna Roller Derby“.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 11. Juni 2014 (07:39)
NOEN, privat, Astrid Nölscher
Erfolgreich geblockt. Beim Spiel zwischen „Vienna Roller Derby“ (blaue Dress) und „Roller Derby Metz“ (gelbe Dressen) setzte sich das Team aus Frankreich mit 162:122 durch. Den Gästen gelang es mehrmals, die „Jammerin“ der Wienerinnen zu blocken und somit Punkte zu verhindern. Erst seit 2012 bestreiten die Österreicherinnen Spiele und liegen in der europäischen Liste auf Rang 57 von insgesamt 337 Teams.
400 Schlachtenbummler verfolgten am Samstag in der Wiener Sporthalle Hopsagasse das Aufeinandertreffen der „Vienna Roller Derby“ und den „Roller Derby Metz“ aus Frankreich. Bei dem actionreichen Vollkontaktsport auf Rollschuhen legten sich die Heimischen ins Zeug, mussten aber die Bahn als 122:162-Verlierer verlassen.

„Wir haben im zweiten Durchgang zu viele Fehler gemacht“, erläuterte die gebürtige Kemmelbacherin Barbara Hölzl (Bild). Die 29-Jährige ist seit zwei Jahren bei der noch jungen Mannschaft aus Wien mit dabei. Ursprünglich entstand die Sportart „Roller Derby“ in den 30er Jahren in den USA. Erst seit 2006 wird in Europa aktiv gespielt. Dabei treffen zwei Rollschuh-Teams mit jeweils vier Blockerinnen und einer sogenannten Jammerin aufeinander. Die „Jammerin“ muss versuchen, so schell wie möglich durch die Blockerinnen zu gelangen, um auf der Rundbahn Punkte zu ergattern.

In Wien einmalig: Männliche Cheerleader

2011 gründeten sich die Rollergirls in Wien. „Wir haben die Sportart über Youtube-Videos zum ersten Mal gesehen und danach hat sich eine Gruppe gebildet“, erinnert sich Barbara Hölzl an die Anfänge zurück. Nach dreijährigem Bestehen rangiert das Damenteam in der europäischen Liste bereits auf Rang 57 unter 337 Mannschaften.

Dabei bestreiten die Damen des „Vienna Roller Derby“ insgesamt zehn „Bouts“ (Spiele) in ganz Europa. Daraus entwickelten sich in den letzten Jahren zahlreiche Freundschaften. „Bei den Spielen übernachten wir teilweise bei unseren Kontrahentinnen. Während der Partie sind wir Gegner. Davor und danach unternehmen wir viel gemeinsam“, fügte Barbara Hölzl hinzu. Die Kosten für die Reisen bezahlen die Teammitglieder aus eigener Tasche. Die Wiener Mannschaft hat Einzigartiges aufzubieten. Die „Fearleader“ sind eine Gruppe von Männern, die mit ausgefeilten Choreografien die Wettkämpfe anheizen. „Dabei sind das alles Turner, die die Rollenklischees ein wenig auf den Arm nehmen“, meinte Barbara Hölzl.