Neuer Obmann für Spartaner. Florian Kosel steht seit Samstag an der Spitze der Mistelbacher. Die haben nun auch einen sportlichen Leiter.

Von David Aichinger. Erstellt am 23. September 2020 (00:29)
Liebt die Spartans: der neue Obmann Florian Kosel (34).
Spartans

Gewissermaßen auf den letzten Drücker brachten die Weinviertel Spartans am Samstag ihre Jahreshauptversammlung über die Bühne – noch vor der Verschärfung der Covid-19-Maßnahmen mit Montag, aber bereits unter strenger Einhaltung aller vorgegebenen Bestimmungen. Großartige Wahl hatten die American Footballer dabei nicht, wie der neue Obmann Florian Kosel erzählt: „Unser Obmann ist schon drei Monate in der Steiermark. Wir waren nicht mehr handlungsfähig.“

Die Rede ist von Marcel Kruder, der den Verein Anfang 2019 übernahm, mittlerweile aber aus beruflichen und familiären Gründen in der grünen Mark verweilt. „Es war eine wunderschöne Zeit als Obmann der Spartans, wir haben so einiges bewegt, doch mit dieser Distanz kann ich das Amt des Obmanns leider nicht mehr wahrnehmen. Im Herzen werde ich allerdings immer ein Spartaner sein“, ließ der 24-Jährige seine Football-Kollegen via übermitteltem Statement wissen.

Übernimmt den neu geschaffenen sportlichen Leiter: Michael Karas (47).
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Als Nachfolger steht nun Kosel bereit, der bereits bei der Vereinsgründung im Jahr 2011 als Schriftführer fungierte. Selbst Spieler in der Offense Line und begeisterter Football-Fan, widmet er seit Jahren große Teile seiner Freizeit dem American Football. Nachdem seine Mitarbeit bei den Spartans aus familiären Gründen einige Jahre pausierte, stieg der zweifache Familienvater 2019 als Trainer der Offense Line wieder ein. Nun Obmann zu sein, mache ihn stolz, so Kosel: „Ich liebe die Weinviertel Spartans und war dem Verein selbst in meiner Abstinenz immer eng verbunden. Mein Ziel ist es, die gute Arbeit meiner Vorgänger weiterzuführen, verstärkt auf Zusammenarbeit mit anderen Mistelbacher Vereinen und der Mistelbacher Wirtschaft und eine gute Kooperation mit der Stadtgemeinde zu setzen. Wir sind ein Mistelbacher Verein und werden als solcher in allen Köpfen vorhanden sein.“

Neu geschaffen wurde mit Samstag die Position des sportlichen Leiters, erster Inhaber ist Michael Karas. Auch er kennt den Verein bestens, war und bleibt Defense Coordinator und sammelte bei den Mödling Rangers bereits Bundesliga-Erfahrung. Prioritäten sieht er „ganz eindeutig im Personalbereich. Wir müssen den Trainerstab auf eine breitere Basis stellen und die Kadertiefe verstärken. Dann können wir richtig angreifen.“ Auch das Jugendprogramm soll reaktiviert werden, „um den Verein mit eigenen Spielern nach vorne zu bringen“.

Rückkehr aufs Feld ist aktuell ungewiss

Wann es für die Spartaner zurück aufs Feld geht, steht indes in den Sternen. Im Erwachsenenbereich wird nur im Frühjahr Meisterschaft gespielt, die heurige fiel aus. „Da ist uns eine komplette Saison weggebrochen, und das eine Woche vor dem ersten Meisterschaftsspiel“, erinnert sich Kosel mit Schaudern zurück. Viel besser ist der Blick nach vorne aber auch nicht: Ob die geplanten Freundschaftsspiele im Herbst stattfinden können, steht ebenso in den Sternen wie die Möglichkeit einer planmäßigen Saison 2021.

Nochmal zurück zur Generalversammlung: Da wurden am Samstag alle Gründungsmitglieder von 2011 zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für Kosel Ehrensache: „Diesen Jungs haben wir zu verdanken, dass wir heute überhaupt dastehen. Mit der Mitgliedschaft auf Lebenszeit wollen wir unsere tiefe Dankbarkeit zeigen.“