Nichtantritt in Tirol: 2.900 Euro Pönale für Mustangs. Mistelbach entschied, nicht zum Spiel in Innsbruck zu reisen, weil die Ampel dort „Rot“ zeigt. Die Strafe ist schmerzlich.

Von David Aichinger. Erstellt am 21. Oktober 2020 (00:15)
Wieder kein Spiel. Obinna Anthony Ndukwe (l.) und Mistelbach hatten das zweite freie Wochenende in Folge.
David Marousek

0:20, ein Punkt Abzug und 2.900 Euro Pönale – die kurzfristige Entscheidung, am vergangenen Samstag nicht zum Auswärtsspiel nach Innsbruck zu reisen, kommt den Mistelbach Mustangs teuer zu stehen.

Dabei hatte die Woche eigentlich gut begonnen. Der Coronatest bei einem Mustangs-Spieler, wegen dessen ausstehendem Ergebnis das Drittrundenspiel gegen KOS sicherheitshalber abgesagt worden war, erwies sich als negativ. Mistelbach durfte wieder trainieren, tat das für Coach Martin Weissenböck auch „gut“. Am Donnerstag kam dann aber die Info, dass die Stadt Innsbruck bei der Ampelschaltung am Freitag auf Rot gestellt wird. „Für uns war es immer so, okay, Rot heißt Stopp“, gibt Weissenböck Einblick in die Gefühlslage der Vereinsverantwortlichen.

Aus behördlicher Sicht hätte die Partie jedoch trotz „Rot“ stattfinden dürfen, worauf auch die BSL GmbH, die die Zweite Liga ausrichtet, in Person von Geschäftsführer Johannes Wiesmann verweist: „Die Vereine haben vor der Saison ganz klar entschieden, dass (ein Spiel) nur abgesagt wird, wenn es einerseits behördlich untersagt wird – und das ist nicht der Fall, auch nicht bei Rot – und wenn in einem Team Coronafälle sind, klarerweise.“

Wiesmann: „Müssen auf die Liga achten“

Die Liga akzeptiere die Entscheidung der Mustangs, versichert Wiesmann, „rein rechtlich“ gebe es in den Durchführungsbestimmungen aber keinen Grund dafür. Und: „Am Ende des Tages müssen wir auf die Durchführung der Liga achten, weil sonst brauchen wir keinen Bewerb spielen.“

Was es gibt, sind klare Folgen einer Absage. Wie erwähnt, wurde das Spiel bereits strafverifiziert, Mistelbach wird auch ein Punkt abgezogen. Die 2.900 Euro Pönale setzen sich aus 2.200 Euro für die Liga (würde ein Spiel mehr als 14 Tage vor dem geplanten Termin abgesagt werden, wären es „nur“ 1.100 Euro) sowie 700 Euro für den Gegner zusammen. Letzteres, um bereits getätigte organisatorische Aufwände abzudecken.

Die Liga verwies laut Wiesmann konkret auf dieses Strafmaß, bevor sie sich von den Mistelbachern endgültig deren Nichtantreten bestätigen ließ. Von den Mustangs war am Montag keine Bestätigung für diesen Ablauf einzuholen. Weissenböck verwies auf Obfrau Ulrike Swoboda, die für die NÖN leider nicht zu erreichen war.