Franziska Friedl und Katharina Holzer: Jeden Tag ein neues Hotel

Erstellt am 17. August 2022 | 00:50
Lesezeit: 4 Min
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Jawohl! Franziska Friedl (l.) und Katharina Holzer jubelten hier nach dem Aufstieg ins Halbfinale in Ungarn. Ihre Zusammenarbeit klappt immer besser.
Foto: privat
Turbulente Tage für Franziska Friedl und Katharina Holzer in Budapest.
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Haben Sie schon einmal versucht, in einer Stadt ein Hotel zu finden, wenn eine Großveranstaltung stattfindet? Ja? Dann wissen Sie, wie es der Münichsthalerin Franziska Friedl ging. Nur musste das 24-jährige Beachvolleyball-Ass das gleich mehrere Tage lang versuchen. Aber alles der Reihe nach:

Nachdem lange nicht klar war, welche Turniere es heuer geben würde, stiegen Friedl und Neo-Partnerin Katharina Holzer relativ spät ins Geschehen ein, von einem kurzen Intermezzo bei einem Turnier in Thailand im April einmal abgesehen. Dabei gab es im Juli dann gleich einmal zwei Siege bei nationalen Pro-80-Turnieren in Zell/See (Sbg) und Raab (Stmk) sowie Rang drei beim Pro-160-Event in Graz (Stmk). Danach ging es für die beiden international weiter – zunächst erfolglos, denn sowohl bei den Challengern in Agadir (Marokko) und Espinho (Portugal) als auch beim Future in Myslowice (Polen) scheiterte man in der Qualifi kation. Die Quali war auch deshalb nötig, weil Holzer vom Hallenvolleyball kommt und keine Weltranglistenpunkte im Sand hat.

„Kosten-Nutzen-Rechung war ein Wahnsinn“

„Da hat sich schon etwas Frust aufgestaut, vor allem, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung ein Wahnsinn ist“, seufzte Friedl hinsichtlich der Tatsache, dass man teilweise nach nur einem Spiel wieder abreisen musste. Deshalb fuhr man ohne Erwartungen zum Future nach Budapest, wo man ohne Druck auftrumpfte: Nach zwei Quali-Siegen war der Hauptbewerb erreicht und es musste ein Hotel zur Übernachtung her.

Da am langen Wochenende aber das berühmte Sziget-Festival in der ungarischen Hauptstadt stattfand, gab es kaum freie Plätze. Irgendwo kam man doch unter und spielte am nächsten Tag im Hauptbewerb. Dort war aber klar, dass es drei Siege benötigen würde, um aufzusteigen. „Nach bereits vier Matches in den Beinen waren wir uns nicht sicher, ob das klappt“, gab Friedl offen zu. Es sollte klappen, aber damit ging die Hotelsuche in Runde zwei. „Teilweise waren da absurde Preise wie 700 Euro pro Nacht dabei. Aber Einheimische haben uns dann geholfen, etwas zu finden“, konnte Friedl nur den Kopf schütteln.

Erst gegen China ging der Erfolgslauf zu Ende

Schließlich ging der Erfolgslauf auch im Viertelfinale weiter, ehe in der Runde der letzten Vier gegen die chinesische Top- Paarung Endstation war. Dennoch bedeutete dies Runde drei in der Hotelsuche, beim dritten Mal auch am längsten. „Ich glaube, wir sind dann anderthalb Stunden gesessen, ehe wir was gefunden haben. Aber das war es wert“, strahlte Friedl.

Denn Tags darauf gab es einen 2:1-Sieg gegen eine tschechische Paarung und Rang drei – der bisher größte Erfolg der noch relativ jungen Paarung. Obwohl Friedl selbst meinte: „Ich hatte noch nie so schwere Beine.“

Dieser Erfolg bedeutet nicht nur fette Punkte für die Weltrangliste, sondern auch Motivation für die zwei noch ausstehenden großen Saisonhighlights von Friedl/Holzer: Zum einen das Future-Heimturnier in Baden ab 24. August und eine Woche später dann die Staatsmeisterschaften, die ebenfalls in der Thermenstadt ausgetragen werden. „Da wäre es schön, wenn wir noch einmal ordentlich punkten könnten, weil viel länger geht die Saison dann auch nicht mehr“, weiß Friedl.

Diese Woche stehen aber Trainieren und Aus spannen auf dem Programm. Übrigens: Reich wurden Friedl/Holzer in Ungarn nicht, knapp 500 Dollar gibt es für Bronze. „Eigentlich ein Witz, wenn man bedenkt, was so manches Hotel verlangt hat. Aber die Tour ist kein Honiglecken“, so Friedl mit einem säuerlichen Lächeln.