Olympiatraum und WM: Vier Sportler für ein Halleluja. Die Leistungssportler aus dem Bezirk Mistelbach haben 2021 viel vor, Olympische Spiele inklusive – sofern Corona nicht wieder zum Spielverderber wird.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 13. Januar 2021 (00:18)

Wenn uns das Sportjahr 2020 eines gelehrt hat, dann dass Planung zwar die halbe Miete, der Rest aber von Corona bestimmt war. Das wird auch im kommenden Jahr nicht anders werden. Dennoch haben wir uns umgehört, was die großen Saisonziele der Mistelbacher Spitzensportler sind:

Anna Kiesenhofer

Für Österreichs beste Straßen-Radfahrerin aus Niederkreuzstetten gäbe es einen ganz großen Traum: das Straßenrennen bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio. Allerdings schränkt die in der Schweiz arbeitende und lebende Kiesenhofer ein: „Falls die Spiele stattfinden.“ Sollte dies der Fall sein, konzentriert sie sich auf die Qualifikation dafür. Vermutlich ist dabei das UCI-Rennen im tschechischen Gracia Orlová (Anm.: ein Etappenrennen) Ende April/Anfang Mai entscheidend, wo das komplette österreichische Nationalteam der Frauen am Start sein wird.

Nach Tokio möchte sich die 29-Jährige dann wieder mehr aufs Einzelzeitfahren konzentrieren – vor allem auf Europa- und Weltmeisterschaften –, da ihr dies mehr Spaß macht „und meinen Fähigkeiten, vor allem der mangelnden Risikobereitschaft, eher entspricht als die Rennen im Peloton“, wie Kiesenhofer schmunzelnd zugibt.

Lukas Windischberger

Der Squash-Nationalspieler kann derzeit wöchentlich zwei bis drei Einheiten am Court absolvieren – unter den immer noch aktuellen Covid-Richtlinien inklusive regelmäßiger Tests. „Ich versuche mich aktuellverstärkt im Grundlagenausdauerbereich zu verbessern undlege immer wieder längere Läufe, Skitouren oder Langlaufeinheiten ein“, verriet der 29-jährige Großengersdorfer der NÖN.

Dies wird er jetzt bis Ende Jänner so weitermachen, bevor der Februar hoffentlich im Zeichen von vermehrtem Matchtraining stehen wird, um dann im Idealfall Anfang März das erste internationale Squash-Turnier in Frankreich zu spielen. Ebenfalls geplant ist für diesen Zeitraum die Fortsetzung der österreichischen Bundesliga, wo Windischberger für das Union Squash Team Wien an den Start geht.

Die Highlights des Jahres, Europa- und Weltmeisterschaften, wurden sowohl vom Squash- als auch Racketlonverband in die Sommermonate gepackt.

Stichwort Racketlon: Im Schlägervierkampf, wo der Weinviertler jahrelang die Nummer eins der Welt war, wird er weiterhin an den Großereignissen teilnehmen. Allerdings dürfte ihm die Überschneidung zweier Termine Kopfzerbrechen bereiten: der Squash-Team-Europa- und der Racketlon-Weltmeisterschaft. „Das wird eine schwierige Wahl. Mal schauen, wofür ich mich entscheiden werde“, ist Windischberger noch unsicher.

Marlies Männersdorfer

Die regierende Staatsmeisterin im Mehrkampf und Mitglied des Kunstturn-Nationalteams stieg Anfang der Vorwoche wieder ins Training ein. Der erste Wettkampf für die gebürtige Obersdorferin ist von 25. bis 28. Februar geplant, ein Weltcup im ostdeutschen Cottbus.

Anschließend geht es für die 23-Jährige mit der Vorbereitung und den Qualifikationswettkämpfen für die Europameisterschaften in Basel (Anm.: Ende April) weiter. Nach der EM, also im Mai, sind noch zwei Weltcups und die Staatsmeisterschaften geplant. Im August wären die Universiade in China und ein weiterer Weltcup, im Oktober stünde mit der Weltmeisterschaft in Japan noch ein absoluter Karrierehöhepunkt auf dem Programm.

„Das liest sich zwar alles super auf dem Papier, aber wir müssen abwarten, woran ich wirklich teilnehmen kann“, spielt Männersdorfer auf Covid-19 an. Nur eines sei fix: „Ich habe in den letzten Monaten einige neue Elemente erlernt und hoffe, ich kann diese im kommenden Jahr in meine Übungen einbauen, was für mehr Punkte sorgen sollte.“

Franziska Friedl

Mit ihrer Partnerin Eva Pfeffer sowie einem neuen Athletik-Team hat die Beachvolleyballerin in den letzten drei Monaten Fortschritte gemacht, aufgrund ihres Spitzensportstatus darf aktuell auch trainiert werden. „Das heißt, Kraftkammer und Balltraining sind für uns frei zugänglich, was echt super ist. Wir sind voll motiviert“, berichtet die 23-jährige Münichsthalerin Friedl.

Der Wettkampfplan für 2021 ist dagegen noch in der Schwebe, grundsätzlich gilt es laut Friedl, so viele Turniere wie möglich zu absolvieren. Ihre Ziele sind klar definiert: „Wir wollen an die nationale Spitze und auch international Medaillen und Spitzenplätze sammeln.“