Nach Saison-Aus auch keine WM?. Um den Titeltraum mit Red Bull Salzburg fiel Florian Baltram bereits um. Jetzt wackelt auch ein anderes Saison-Highlight.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 18. März 2020 (01:17)
Zu Fall gebracht. Der Wolkersdorfer Florian Baltram (rechts) im Dress von EC Red Bull Salzburg konnte nur drei Partien im EBEL-Play-off-Viertelfinale gegen den VSV (am Bild Markus Schlacher, li.) spielen, ehe der Verband alles absagte.
PA/EXPA/Hackl

Florian Baltram und die Eishockey-Weltmeisterschaft – das wird einfach keine Liebesbeziehung mehr. Nachdem der 22-jährige Wolkersdorfer vom EC Red Bull Salzburg in den Vorjahren jeweils erst als einer der letzten Spieler aus dem WM-Aufgebot gestrichen wurde, dürfte ihm jetzt der Coronavirus einen Strich durch die Rechnung machen, denn anstatt endlich das rot-weiß-rote Trikot bei dieser Großveranstaltung tragen zu dürfen, stehen alle WM-Bewerbe kurz vor der Absage des IIHF (Anm.: internationaler Eishockey-Weltverband).

Für Baltram wäre es der zweite Nackenschlag nach der Verbandsentscheidung aus der Vorwoche, die Erste Bank Eis hockey-Liga nach nur drei aus ge tragenen Play-off-Viertelfinal-Spieltagen zu beenden. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung gibt es übrigens erstmals seit dem Jahr 1945 keinen Meister in Österreich. Das ist für Baltram und Co., die den Grunddurchgang gewannen, besonders bitter. „Ich bin natürlich enttäuscht, das fühlt sich an wie ein Play-off-Aus“, kommentiert Baltram das unerwartet frühe Ligaende, „aber dass es die vernünftigste Entscheidung ist, darüber brauchen wir nicht reden. Ich hätte keinen Bock gehabt, heiße Play-off-Partien vor leeren Rängen zu spielen. Das geht für mich gar nicht.“ Nachsatz des Wolkersdorfers: „Dafür habe ich jetzt viel Freizeit.“

„Ich bin natürlich enttäuscht, das fühlt sich an wie ein Play-off-Aus.“ Nach dem Sieg im Grunddurchgang kam für Florian Baltram und Salzburg das rasche Saison-Aus – wenn auch anders, als für möglich gehalten

Baltram spielt auf die Tatsache an, dass es in Salzburg nun auch kein Training mehr gibt und er bis zum 30. März frei hat. Dann beginnen theoretisch die Vorbereitungscamps des ÖEHV-Nationalteams für die B-WM, aber über dieser schwebt – wie eingangs beschrieben – das Damoklesschwert. „Was mich aber am meisten wurmt, ist, dass ich meine bisher stärkste Saison gespielt, mein erstes Play-off-Tor erzielt und mich so gut wie nie gefühlt habe und jetzt alles aus ist“, seufzt Baltram, der jetzt meist in Salzburg oder Wolkersdorf ist. Der geplante Urlaub in Dubai wird eher nicht stattfinden.