SPG Wolkersdorf/Neusiedl: Aha-Effekt für Zukunft . Mit Bronze übertrafen Damen der SPG Wolkersdorf/Neusiedl die Erwartungen.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 16. September 2020 (00:45)
Eine der Überraschungen der abgelaufenen Spielzeit: die gebürtige Laaerin Marie Scharinger.
zVg

Betreuer Reinhard Exner überlegte lange auf die Frage nach seinem Gefühlsleben am Sonntagabend nach dem Finalturnier um den Staatsmeistertitel auf dem Feld. Die Antwort kam dann kurz und bündig: „Einfach nur geil.“ Denn seine Mädels der Spielgemeinschaft Wolkersdorf/Neusiedl beendeten eine erfolg reiche Saison auf Rang drei und mit der Bronzemedaille.

Alles begann am Samstagnachmittag mit dem Halbfinale gegen Nußbach, klare Favorit und späterer Staatsmeister. Gleich der erste Satz, den die Oberösterreicherinnen knapp mit 12:10 für sich entschieden, war ein Vorgeschmack auf die restlichen vier Sätze: Zumeist ging es hin und her, oft hatte allerdings auch der Favorit das bessere Ende. Dennoch spiegelt der auf dem Papier klare 4:1-Sieg der Nußbacherinnen nicht den Spielverlauf wider. „Wir waren absolut auf Augenhöhe, wenn pro Satz ein bis zwei Punkte anders ausgehen, dann hätten wir es schaffen können“, analysierte Trainer Wolfgang Ritschel-Roschitz. „Die Mädels haben einmal mehr gesehen, dass wir nur dann gewinnen können, wenn wir jeden Satz an die Schmerzgrenze gehen.“

„Ich hatte schon vorher kaum noch Haare am Kopf, aber jetzt sind es glaube ich gar keine mehr.“SPG Wolkersdorf/Neusiedl- Betreuer Reinhard Exner

Dennoch war das Selbstvertrauen der Weinviertlerinnen einen Tag später im Spiel um Platz drei gegen Freistadt nicht gebrochen. In einem über zwei Stunden dauernden Marathonmatch behielt Wolkersdorf/Neusiedl gegen die Frauen des Gastgebers mit 4:3 die Oberhand und krönte eine starke Saison. Angeführt von der starken Theresa Gsöllpointner rückte man als Mannschaft noch stärker zusammen und ging als verdienter Sieger vom Feld. „Das war ein Krimi. Ich hatte schon vorher kaum noch Haare am Kopf, aber jetzt sind es glaube ich gar keine mehr“, schmunzelt Exner. Für Ritschel-Roschitz ist noch ein anderer Punkt wichtig: „Ich denke, das könnte ein Aha Effekt sein, der uns in den nächsten Jahren trägt.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt Exner: „Wir sind als Mannschaft enger zusammengerückt und jeder hat Verantwortung übernommen.“

Neben dem sportlichen Erfolg ist Ritschel-Roschitz auch begeistert von den vielen Weinviertler Fans, die mitkamen. „Es waren Leute aus Laa/Thaya, Neusiedl, Wolkersdorf und Wien-Kagran da. Alles Vereine, aus denen unsere Spielerinnen herkommen. Genau dieses Feuer, diese Verbundenheit habe ich mir immer gewünscht, als wir uns vor Jahren für das Projekt Spielgemeinschaft eingesetzt haben“, war Ritschel- Roschitz stolz.