Traum von der EM lebt. Melissa Schmid schuftet nach schwerer Verletzung am Comeback und träumt von Island.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 28. Oktober 2014 (10:07)
NOEN, privat

Während das Unter17-Frauen-nationalteam letzte Woche mit drei Siegen aus drei Spielen in Lindabrunn, Trumau und Traiskirchen das Ticket für die Eliterunde der EM-Qualifikation löste, konnte die eigentliche Stammspielerin Melissa Schmid aus Schrick verletzungsbedingt nur die Daumen von der Seitenlinie drücken.

Kreuzbandriss, Meniskuseinriss und Knochenmarksödem

Die 15-Jährige zog sich im Sommer einen Kreuzbandriss, Meniskuseinriss und zudem ein Knochenmarksödem zu, wurde deshalb erst kürzlich operiert. Trotzdem freute sie sich mit ihren Kolleginnen: „Es ist wirklich schwer, auch wenn ich bei allen Spielen live dabei war. Am liebsten wäre ich einfach ins Spielfeld hineingesprungen und hätte mitgespielt (lacht).“

Die Weinviertlerin, die bereits letztes Jahr im Dezember mit der U17 bei der EM in England Platz fünf erreichte, glaubt an ihre Kolleginnen und hat schon ein großes Fernziel: „Die Jahrgänge 1998/99 haben wirklich sehr viel Potenzial und Spielfreude, deshalb glaube ich, dass sie es sehr weit schaffen können! Und wer weiß, die EM findet 2015 im Juli in Island statt, vielleicht kann ich da schon wieder am Platz stehen.“

Bis dahin wird es aber noch ein weiter Weg, sechs bis neun Monate Pause sind die Folgen dieser Verletzungen. Für Schmid besonders bitter: Während ihre Klassenkameradinnen im Nationalen Frauenfußballzentrum trainieren und spielen, muss die Schrickerin ihr eigenes Aufbauprogramm bzw. Physiotherapie absolvieren.

„Mein Ziel ist es, dass ich dreimal so stark zurückkomme“

Schmid lässt sich davon aber nicht unterkriegen: „Wenn man verletzt ist, kann man auch an Dingen arbeiten, die vorher nicht optimal waren.“ Bei ihr Ausdauer, Kraft, Koordination und Selbstvertrauen. „Mein Ziel ist es, diese Dinge so gut zu trainieren, dass ich dreimal so stark zurückkomme.“

Zusätzliche Motivation gibt ihr Teamchef Dominik Thalhammer, der sich regelmäßig über ihren Gesundheitszustand informiert und große Stücke auf Schmid hält: „Sie hat großes Potenzial, aber weiß es selbst noch gar nicht. Wir werden mit ihr noch viel Freude haben.“


Hintergrund

Zur Person: Melissa Schmid (geboren am 2.11. 1998) stammt aus dem Nachwuchs des USV Schrick und spielt aktuell beim SV Neulengbach. Zudem ist sie im Nationalen Frauenfußballzentrum in St. Pölten.

Zur EM-Quali: Österreich beendete die Gruppe nach einem 6:0 über Nordirland, 6:2 über die Ukrainer und 1:0  über Tschechien auf Platz eins.

Die Gruppensieger und -zweiten der zehn Gruppen sowie der beste Drittplatzierte qualifizieren sich gemeinsam mit den drei top gesetzten Mannschaften (Deutschland, Spanien, Frankreich) für die Eliterunde. Sieben Teams fahren neben dem Gastgeber zur EM-Endrunde von 22. Juni bis 4. Juli 2015 nach Island.

2013 hatte sich mit dem Vorgänger-Team (Jahrgang 1997) erstmals eine Frauen-Auswahl für eine EM qualifiziert und holte in England Rang Fünf.