In der Weltspitze. Der Seyringer Florian Exler (23) überzeugte in Tschechien bei der Mountainbike-Orienteering-Weltmeisterschaft mit Platz 13.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 01. September 2015 (09:26)
Florian Exler
NOEN, privat

Ende August fand im tschechischen Liberec die Weltmeisterschaft im Mountainbike-Orienteering statt. Dort konnte sich der Seyringer Florian Exler in der Sprintdistanz besonders gut schlagen. Als bester Österreicher erreichte der 23-Jährige sensationell den 13. Platz!

Und das, obwohl er den Start komplett verpatzte: Aufgrund eines Fehlers lag er zwischenzeitlich nur auf Platz 80. Mit jedem weiteren Kontrollpunkt kämpfe er sich weiter nach vorn und beendete das Rennen schließlich mit 1:20 Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Luca Dallavalle aus Italien. Für den Weinviertler bitterer: Am Ende fehlten nur 45 Sekunden auf die Bronzemedaille. „Ohne den Fehler wäre das durchaus in Reichweite gewesen.“ Als großes Ziel gilt für ihn die WM 2018, die in Österreich ausgetragen wird. Dort soll es dann mit Edelmetall klappen.

Enorme körperliche und geistige Anstrengung

Bis dahin stehen noch viele Trainingslager auf dem Programm, um dem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen. In Summe trainiert Exler, je nach Trainingsperiode, 18 bis 20 Stunden pro Woche, sammelt vor allem Kilometer auf dem Rad rund um seinen Hausberg, den Bisamberg. Bei Wettkämpfen an den Wochenenden versucht er dann, Kartenerfahrungen zu sammeln. Für den Quereinsteiger aus dem Orientierungslauf sind deshalb so viele Kilometer wie möglich auf zwei Rädern wichtig.

„Da ich erst relativ spät mit dem Mountainbiken begonnen habe, fehlt mir im Gegensatz zu denen die schon seit ihrer Jugend fahren etwas an der Technik“, erklärt er im NÖN-Gespräch. Was fasziniert ihn so an seiner recht ungewöhnlichen Sportart? „Jeder Wettkampf ist komplett anders, das richtige Gleichgewicht zwischen physischer und psychischer Belastung zu finden ist herausfordernd. Fährt man zu schnell, so kann man sich nicht mehr richtig auf die Karte konzentrieren. Schaut man zu viel auf die Karte, so fährt man zu langsam.“

Hintergrund

Zur Person
Florian Exler wurde am 9. Juli 1992 geboren, wohnt in Seyring und startet für den OLT Transdanubien. Der Chemie-Student der Universität Wien wird von Kevin Haselsberger trainiert.

Zur Sportart
Mountainbike-Orienteering stellt eine Kombination aus Mountainbiking (Radbeherrschung) und dem Orientieren (Orientierungslauf) in unbekanntem Gelände dar. Mithilfe einer Karte muss der Sportler mit seinem Fahrrad so schnell wie möglich, die in der Karte eingetragen Posten anfahren. Dabei kann jeder Teilnehmer seine Route zwischen den Punkten frei wählen. Die Wettkämpfe werden meist in einem Wald-
gebiet ausgetragen.