Keiner „pickte“ Mistelbach. Die stärksten drei Teams der ABL gingen dem Sensationsteam freiwillig aus dem Weg. Mistelbach trifft auf den Vierten Kapfenberg.

Von David Aichinger. Erstellt am 01. Februar 2017 (03:01)
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Der erstmals durchgeführte Live-Pick im Pay-TV-Sender Sky sorgte am Donnerstag für Staunen. Die stärksten drei Teams der ABL, Oberwart, Gmunden und Wels, durften sich nachei-nander ihren Gegner für das Cup-Viertelfinale aussuchen, doch keiner aus dem Trio wählte Mistelbach. Beim Zweitligisten hätte man auswärts antreten müssen, die Top-Teams bevorzugten Heimspiele gegen ihre A-Liga-Rivalen.

So blieb Mistelbach für Kapfenberg über, die Steirer gastieren am 10. Februar im Weinviertel. Darüber war auch Mistelbachs Trainer Martin Weissenböck überrascht: „Immerhin geht es um den Einzug ins Final-Four, es ist nur noch eine Runde. Ich verstehe schon irgendwo, dass alle daheim spielen wollen, aber dass uns keiner genommen hat, ist, denke ich, schon auch ein Zeichen, dass unsere Arbeit respektiert wird und man Mistelbach eine gewisse Gefahr zutraut.“

Mistelbach ein Thema im Konzert der Großen

Die Heldentat im Achtelfinale gegen Traiskirchen – zuletzt bezwang im Jahr 1992 ein B-Ligist einen A-Ligisten – schlug jedenfalls Wellen im ganzen Land. „Das hat in Österreich für Furore gesorgt“, grinst Weissenböck, der auch von jeder Menge Glückwunsch-SMS berichtet. Er selbst war am Sonntag sogar beim All-Star-Day der ABL im

Lions Dome Traiskirchen dabei, durfte dort auf Einladung in der Jury beim Dunking-Contest sitzen: „Ich glaube, da bin ich heute auch nicht zufällig. In der B-Liga ist man sonst immer irgendwie unauffällig. Es freut mich, dass wir da in letzter Zeit mit Mistelbach im Konzert der Großen ein bisschen ein Thema sind.“

Trotz all dieser Highlights darf und will Mistelbach allerdings nicht auf das täglich Brot, sprich den B-Liga-Alltag, vergessen. Am Samstag geht die Verteidigung der Tabellenspitze in St. Pölten weiter. Das darauf folgende Match (am Cup-Wochenende) gegen Salzburg wird auf März verschoben. Ein zweites Villach soll nicht passieren.