Wolf räumte alle Hürden aus dem Weg. Der 19-jährige Wolkersdorfer Hürdensprinter Andreas Wolf setzte bei der Unter-20-Europameisterschaft ein Ausrufezeichen.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 21. Juli 2021 (03:48)

Mit einem Großaufgebot von 19 Athleten war der österreichische Leichtathletikverband in der Vorwoche bei der Unter-20- Europameisterschaft im estnischen Tallin im Einsatz. Mittendrin statt nur dabei war ein Hürdensprinter aus Wolkersdorf, der bei überraschend hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad im Baltikum durchaus seine Duftmarke setzte: Andreas Wolf.

Der Wolkersdorfer wurde im Frühjahr lange von einer Verletzung behindert, die auch einen sehr späten Einstieg in die Wettkampf-Saison bedeutete. Er startete im Vorlauf im 400-Meter-Hürden-Bewerb auf der Innenbahn sehr aggressiv ins Rennen, eventuell sogar etwas zu schnell, denn schon bei der zweiten Hürde war er zu nahe dran und musste deshalb Tempo rausnehmen. Auch bei der fünften Hürde gab es für den Weinviertler ein ähnliches Problem, er gab aber nicht auf und kam gegen Ende des Rennens noch einmal stark auf.

An persönlicher Bestzeit gekratzt

Mit 53,50 Sekunden kam der 19-Jährige trotz aller Probleme bis auf sieben Hundertstel an seine persönliche Bestzeit heran und erreichte somit insgesamt Rang 19. Gegenüber der Entry-Position 27 bedeutete das eine deutliche Steigerung, und auch das Semifinale war in Reichweite – eine Zeit von 53,21s hätte dafür gereicht.

Wolf war danach zufrieden: „Es war erst mein zweites Saisonrennen, dafür bin ich ganz zufrieden. Ich bin den 14er-Rhythmus weiter gelaufen als geplant, aber das hat nicht ganz gepasst. Aber ich kann da raus viel lernen und für das nächste Mal was mitnehmen.“

Auch sein Trainer Erich Berthold vom ULC Weinland war stolz auf seinen Schützling: „Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Es war total überraschend, aber zeigt nur, welch großes Potenzial Andi hat. Das sollte uns Selbstvertrauen für den Rest des Sommers geben.“