Sturz bedeutete WM-Aus für Alina Reichert. Bei schwerem Sturz in Deutschland zog sich Alina Reichert Schulterbruch zu und fällt für Mountainbike-WM in der Schweiz aus.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 04. September 2019 (02:31)
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Alina Reichert

Was für ein sportliches Drama: Seit knapp anderthalb Jahren arbeitete die Wolkersdorferin Alina Reichert am großen Traum der Teilnahme an der Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaft im September in der Schweiz. Dann löste die 22-Jährige im Frühjahr ihr WM Ticket, um jetzt, knapp einen Monat vor Beginn, ihre Saison nach einem schweren Sturz beenden zu müssen.

Um bestmöglich vorbereitet nach Grächen zu fahren, bestritt die Wolkersdorferin noch den Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald, ein viertägiges Etappenrennen durch den deutschen Schwarzwald. Inmitten von Weltklassefahrerinnen wie der deutschen Olympiasiegerin Sonja Spitz hielt Reichert gut mit, lag nach drei Etappen auf dem guten achten Zwischenrang.

Doch bei der vierten Station passierte es, wie die Quereinsteigerin der NÖN erzählte: „Es war eine steile Abfahrt auf sehr felsigem Gelände und ich bin in die falsche Spur gekommen. So schnell habe ich nicht schauen können, bin ich schon im Fels gepickt.“

Schmerzen wurden immer schlimmer

Im ersten Moment schien alles okay zu sein, da die Weinviertlerin keine besonders großen Schmerzen hatte. Auch im Sanitätszelt gab es Entwarnung, da keine schwere Verletzung zu sehen war. Doch im Laufe der nächsten Tage wurden die Schmerzen doch stärker und stärker, sodass sie – zurück in der Heimat – ins Spital fuhr.

Dort setzte es nach einem Röntgen die ernüchternde Diagnose: Bruch der linken Schulter. „Glücklicherweise ist nichts verschoben, weshalb mir eine Operation erspart bleiben sollte.“ Dennoch muss sie mehrere Wochen lang eine Schlaufe tragen und hat absolutes Sportverbot – die Weltmeisterschaft in der Schweiz ist damit kein Thema.

„Natürlich weiß ich, dass es viel schlimmer hätte kommen können, dass ich sogar Glück im Unglück hatte. Dennoch ist meine Enttäuschung riesengroß, auch weil ich mit einer solchen Diagnose eigentlich nicht gerechnet hatte“, war Reichert niedergeschlagen.

Auch der viele Zuspruch und Trost von Kollegen, Kontrahenten, Freunden und Familie konnte das Top-Talent noch nicht ganz aufbauen: „Momentan bin ich einfach nur angefressen, weil meine ganze Arbeit umsonst war. Meine Motivation
ist total weg, irgendwie ist ein Gefühl der Wurstigkeit da. Ich hoffe, das ändert sich mit der Zeit, aber momentan will ich nicht an das Radfahren denken.“