WM nach Schlägerwechsel. Lukas Windischberger (26) aus Großengersdorf ist nicht nur im Racketlon spitze, sondern vertrat jetzt auch Österreich bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Frankreich.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 06. Dezember 2017 (02:13)
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WM-Debüt: Lukas Windischberger gegen Addeen Idrakie (hinten)aus Malaysien.

Für das 26-jährige Großengersdorfer Racketlon-Ass Lukas Windischberger war 2017 das bisher erfolgreichste seiner Karriere: Staatsmeistertitel, mehrfaches EM-Gold und erstmals die Nummer eins der Welt. Ein Mitgrund: seine über ragenden Leistungen im Squash im Schläger-Vierkampf. Diese sind mittlerweile so stark, dass er ein Fixleiberl (!) in der österreich ischen Squash-Bundesliga hat. Das blieb auch dem Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft nicht verborgen, und so nominierte ihn Andy Holland für die Herren-Mannschafts-Weltmeisterschaft in Marseille, die am Sonntag für Österreich mit Platz 24 (Anm.: auch der letzte) zu Ende ging.

Windischberger kam in zwei von fünf Spielen zum Einsatz: Zunächst verlor er das Gruppenspiel gegen Addeen Idrakie aus Malaysien (0:3), ehe er am Sonntag im Spiel um Platz 23 auch dem Iraker Rasool Alsultani unterlag (0:3). Für Windischberger waren es trotzdem wertvolle Erfahrungen: „Ich habe gesehen, dass mir nicht so viel zu Top-100-Spielern fehlt, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele dieser Leute vom Squash leben. Alleine die Ägypter oder die Südostasiaten werden ja in ihren Heimatländern nahezu vergöttert.“

Muss sich der heimische Racketlonsport jetzt Sorgen machen, dass der Großengersdorfer die Schläger komplett tauscht? „Nein, dazu ist mir Racketlon zu sehr ans Herz gewachsen. Außerdem bin ich dort die Nummer eins der Welt, warum sollte ich ausgerechnet jetzt aufhören?“ Wenngleich der Weinviertler einen Aspekt noch ehrlicherweise hinzufügt: „Ohne professionelles Training und Betreuung im Squash – das heißt, von dieser Sportart leben zu können –, werde ich niemals mehr erreichen, als knapp an den Top 100 zu kratzen. In sofern stellt sich die Frage nicht. Außerdem hätte ich da vielleicht schon ein paar Jahre früher komplett wechseln müssen.“

Jetzt kann Windischberger ein wenig durchschnaufen, ehe über die Weihnachtstage nur Trainingseinheiten auf dem Programm stehen und dann wieder der Racketlonsport in den Mittelpunkt rückt, wenn im Jänner die neue Saison mit den „Vienna Classics“ im City & Colony Club am Wienerberg losgehen.