Mit Kreuzbandriss den Matchball verwandelt

Erstellt am 22. Juni 2022 | 02:35
Lesezeit: 3 Min
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Für seine große Leidenschaft ging Dominik Huber am Sonntag weit über die Schmerzgrenze.
Foto: privat
Dominik Huber vom UTC Wolkersdorf zog sich beim vorletzten Ball eines Meisterschaftsspiels eine schwere Knieverletzung zu. Voller Adrenalin wollte er das Match noch beenden – und gewann.
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6:3, 5:4 und 40:30! Was den Spielstand betrifft, war der Wolkersdorfer Dominik Huber am 12. Juni in einer komfortablen Ausgangssituation, ein einziger Punkt fehlte ihm im Meisterschaftsspiel gegen Theresienfeld noch auf den Sieg in seinem Einzel. Und doch war er gefühlt meilenweit davon entfernt, den wichtigen Zähler im Meisterschaftsrennen in der Landesliga C ins Ziel zu bringen. Huber lag nämlich schwer verletzt am Boden, Vereinskollegen, Physiotherapeut und auch der Gegner kümmerten und sorgten sich um ihn.

Grund war der gerade gespielte Ballwechsel. „Ich kann mich leider nicht genau erinnern, welche Bewegung ich gemacht habe“, schildert Huber: „Er hat den Ball ins Netz gespielt, in dem Moment hab ich einen Schritt gemacht, und da ist es passiert.“

„Es“ stellte sich später als Riss des vorderen Kreuzbandes, Riss des Außenbandes, Anriss des Innenbandes und eine begleitende Knorpelverletzung heraus, einzig der Meniskus und das hintere Kreuzband blieben heil.

Höchste Zeit also, um ins Krankenhaus zu fahren? In Hubers Fall noch nicht, wie der 31-Jährige erzählt: „Durch das ganze Adrenalin habe ich gesagt, jetzt ist Matchball, einen Punkt muss ich schon noch spielen. Im Nachhinein ziemlich dämlich, aber als ehrgeiziger Sportler muss man den Punkt noch spielen.“

Huber über fairen Gegner: „Ich hoffe, er versteht es“

Wäre es nochmal über Einstand gegangen, versichert der Mannschaftsführer jedenfalls, hätte er definitiv aufgehört. Doch dazu kam es nicht, denn Huber entschied den Ball, der sogar noch zwei- oder dreimal die Seiten wechselte, tatsächlich für sich.

Dass es der Gegner dabei mit einem kurzen Schlag versuchte, nahm er ihm nicht übel: „Er war total fair, hat sogar geholfen, mich auf die Bank zu tragen. Ich hab mich auch bei ihm entschuldigt, dass es so gelaufen ist. Ich hoffe, er versteht, dass ich versucht habe, den einen Punkt zu spielen.“ Nach diesem ging’s für Huber dann freilich doch ins Spital, oder wie er es sagte: „Ich hab das Match gewonnen und bin dann mit der Rettung abgeholt worden.“

Aktuell begleiten ihn Krücken und Schiene. Die wird er früher oder später wieder loswerden. Seine Geschichte aber, die wird Huber wohl bis ans Lebensende bleiben. Schon direkt nach dem Matchball wurde er am Tennisplatz bereits als „Legende“ bezeichnet ...