Trainerexport coacht Mistelbacher. Gewöhnlich coacht der Mistelbacher Stefan Weissenböck die Topstars der Sportart in der Deutschen Bundesliga und der NBA. Während dem Heimaturlaub nahm er sich Zeit für einige Einheiten mit Kampfmannschafts- und Nachwuchsspielern der Mustangs.

Von David Aichinger. Erstellt am 31. Juli 2020 (15:24)

"Danke, dass alle da sind. Ihr könntet jetzt auch im Freibad liegen, aber es ist super, dass ihr hier seid. Das zeigt ja, dass ihr etwas lernen wollt." Mit diesen Worten begann Stefan Weissenböck am Donnerstag vor Trainingsbeginn seine kurze Ansprache an den Mistelbacher Nachwuchs. Der 47-Jährige, gewöhnlich im Trainerteam des deutschen Spitzenteams Brose Bamberg und auch als Individualtrainer bei NBA-Klub Brooklyn Nets engagiert, ist seit drei Wochen auf Heimaturlaub und steht dieser Tage stundenlang in jener Sporthalle, in der er einst selbst das Basketballspielen gelernt hat.

Bereits seit Mittwoch läuft nämlich eines seiner Sommercamps mit nationalen und internationalen Topstars der Branche. Der ältere Bruder Martin Weissenböck (49) ist bei diesen Vormittagseinheiten mit dabei, und begeistert von dem, was er von Nationalspieler Thomas Klepeisz und dessen Kollegen sieht: "Wenn man sieht, wie er zum Beispiel hier arbeitet, mit welcher Intensität und Bereitschaft, und wie er versucht, jede Kleinigkeit aufzunehmen, ist das beeindruckend. Da sieht man schon den Profi durch und durch."

Selbst war es dem älteren der beiden Brüder ein Anliegen, dass Stefan Weissenböck nachmittags auch den Mustangs-Spielern auf Arme und Beine sieht und Tipps gibt. So waren erst die jüngeren Spieler der Kampfmannschaft dran, dann durften drei Nachwuchsmannschaften (U19, U16, U14) eine Einheit mit dem Mistelbacher Trainerexport absolvieren. Am heutigen Freitag wird dieses Prozedere nochmal wiederholt.

"Mir taugt, wie wichtig Basketball in Mistelbach ist"

Das freut auch Stefan Weissenböck, der die Mustangs fast das ganze Jahr über nur aus der Distanz mitverfolgen kann. Wie er das Training mit den Kids wahrgenommen hat? "Natürlich ganz etwas anderes als ich sonst mache. Mir taugt halt, wie wichtig das Basketball in Mistelbach nach wie vor ist - oder wieder ist. Nicht nur aus sportlichem Blickpunkt, auch vom Sozialen her. Dass sie jedes Jahr wieder mehr Nachwuchsspieler haben. Nur über die Breite kann man sich irgendwie festsetzen, und das machen sie super. Man weiß oft gar nicht, wie viel Arbeit das ist."

Auch Bruder Martin - neben ihm waren mit Paula Weissenböck, Michael Fleckl und Christoph Stubenvoll weitere Nachwuchstrainer dabei - blickte seinen jungen Schützlingen genau auf die Beine: "Für sie war es sicher was Besonderes. Die Kinder haben ja schon im Vorfeld darüber geredet und sich drauf gefreut. Stefan und ich wollten ihnen einfach die Möglichkeit geben, mit jemandem zu trainieren, der in Sachen Individualarbeit sicher ein europäischer Spitzenmann ist. So muss man das einfach sagen. Genauso unsere jungen Kampfmannschaftsspieler, die waren da sowieso Feuer und Flamme."

"Man sieht die Routine und das Fachwissen"

Auch für Martin Weissenböck selbst sei es eine super Sache, mal wieder mit dem Bruder in der Halle zu stehen, in der man gemeinsam aufgewachsen ist: "Wir haben hier und draußen am Freiplatz sicher ganz, ganz viele Stunden verbracht und uns gematcht, wie es sicher viele Brüder machen. Die Leidenschaft, den Antrieb, diese Freude am Basketball, sich immer auf der nächsten Stufe beweisen zu wollen - das haben wir sicher beide gehabt. Jetzt haben wir eine andere Rolle, aber es ist die gleiche Freude, wenn ein Spieler etwas gut umsetzen kann, wo man merkt, der will einfach ein guter Basketballer werden."

Auch er selbst könne von der Arbeit seines Bruders viel mitnehmen, versichert der Headcoach und sportliche Leiter der Mustangs: "Man sieht einfach, dass der Steff mit großer Routine, ganz großem Fachwissen und Präzision souverän Inhalte vermittelt, und dass das eine super Sache ist, wo man hundertprozentig etwas lernen und mitnehmen kann. Umso schöner, dass es hier in Mistelbach stattfindet."