Die silbernen Mödlinger bei der Europameisterschaft. Die beiden Rangers Markus Bernas und Anton Wegan eroberten mit Österreich Silber. Wegan: „In Zukunft wird noch einiges von Team Austria kommen.“

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 08. August 2018 (02:30)
Jari Turunen
Anton Wegan (5) feierte bei der EM zwei Touchdowns. Im Finale war im Favoriten-Duell Frankreich aber stärker. 

Teamchef Shuan Fatah gab für die Europameisterschaft in Finnland die Gold-Mission aus, holte dazu auch die beiden Mödling Rangers Markus Bernas (Linebaker) und Anton Wegan (Runningback) in seinen EM-Kader. In der Vorrunde sollte das rot-weiß-rote „Werkl“ auch nach Wunsch rennen. 40:15 gegen Dänemark und 41:3 gegen Schweden – Wegan lief in beiden Partien einmal in die Endzone. Von der Papierform war der Finaleinzug wenig überraschend, genauso wenig, dass der Gegner im Finale Frankreich hieß.

Die zwei besten Teams des Kontinents – in Abwesenheit Deutschlands, das aufgrund von Streitigkeiten im internationalen Verband nicht an der offiziellen EM teilnahm – begegneten sich auf Augenhöhe. In der ersten Hälfte lief das Laufspiel der Österreicher, natürlich auch wegen Wegan. Die Österreicher gingen mit einer 14:7-Führung in die Halbzeit. Nach der Pause stockte das Laufspiel und beim Passen fehlte Quarterback Alexander Thury an diesem Tag die Genauigkeit.

Dazu legte Frankreich noch eine Schippe drauf und gewann am Ende verdient den EM-Titel (28:14). „Es war sehr bitter“, meint der Achauer Wegan zurück in der Heimat. Warum man in der zweiten Halbzeit des Finales „Les Bleus“ nicht mehr wirklich viel entgegenzusetzen hatte? „Schwer zu sagen. Wir wussten, dass da noch eine Attacke der Franzosen kommen wird und waren eigentlich mental darauf eingestellt“, grübelt Wegan.

Martin Wegan
Für den Achauer und Rangers-Kollege Markus Bernas blieb die Silbermedaille.

So gab es für Österreich, wie schon bei der Heim-EM vor vier Jahren, eine Niederlage im Finale und die Silbermedaille. Wegan, der vor vier Jahren noch nicht mit dabei war, ist sich sicher: „Wir sind ein sehr, sehr junges Team, das wachsen wird und nur noch stärker werden wird. Ich glaube, dass da in Zukunft noch einiges kommen wird von Team Austria.“

Wann das Nationalteam wieder zusammentrifft, ist währenddessen unklar. 2019 würde eine Weltmeisterschaft in Australien stattfinden, Österreich wäre da als Vize-Europameisterschaft ziemlich sicher dabei. Allerdings steht hinter dieser Veranstaltung, ähnlich wie lange Zeit auch hinter der heurigen EM, ein Fragezeichen. Derzeit gibt es beim Weltverband zwei Spitzen, die beide die Führung für sich beanspruchen.

„Wir wussten, dass da noch eine Attacke der Franzosen kommen wird und waren eigentlich mental darauf eingestellt.“ Anton Wegan 

Und abseits der Großereignisse sind Lehrgänge und Testspiele des Nationalteams selten, bis nicht vorhanden – auch weil die Belastungen eines American Football-Spiels größer sind, als bei anderen Ballsportarten. Gegen mehr Einsätze für Rot-Weiß-Rot hätte Wegan dennoch nichts einzuwenden: „Die Belastung ist zwar hoch während der Saison, aber ich glaube, die Möglichkeit öfters für das Nationalteam spielen zu können, würde sich keiner nehmen lassen.“

Denn aus den Erfahrungen mit dem Nationalteam lässt sich laut Wegan immer einiges mitnehmen. „Es wird einfach sehr genau und höchst professionell gearbeitet. Das verbessert jegliche Fähigkeiten“, ist der Ranger überzeugt und will vom Feedback im Nationalteam auch einiges in den Verein mitnehmen: „Es ist möglich sich mehr Wissen durch diverse Coaches anzueignen, das einem dann auch in Zukunft helfen kann.“