Hockey: Aus am grünen Tisch für Wiener Neudorf. Wiener Neudorf durfte sich nur kurz über das Cup-Halbfinale freuen. Eine Regellücke sorgte für Diskussionsstoff. Der Verband entschied schlussendlich gegen die Sedy-Damen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 01. Mai 2019 (02:58)
Edeltraud Liegle
Elisabeth Hanisch (l.) und Bettina Dragosits (r.) freuten sich zwar über den Sieg gegen HG Mödling, das Halbfinale verpassten die Wiener Neudorfer Damen allerdings nach einer Verbandsentscheidung.

Wiener Neudorfs Damen gewannen das Lokalderby gegen Mödling mit 2:1. Die Sedy-Damen feierten schon den Einzug ins Cup-Halbfinale, bis der Verband die Party crashte, weil er das Regelbuch anders liest als Wiener Neudorf.

Der strittige Punkt: Wiener Neudorf und HC Wien liegen nach der Cup-Vorrunde punktegleich an den Stellen vier und fünf. Wiener Neudorf gewann das direkte Duell im Penaltyschießen, bekam dafür einen Zusatzpunkt in der Tabelle. Bei Punktegleichheit zählt aber eben der direkte Vergleich. Ein Sieg im Penaltyschießen geht als Unentschieden in die Statistik ein. Heißt: Das Match Wiener Neudorf und HC Wien endete remis. Nun zählt das Torverhältnis und da haben die Girls aus der Bundeshauptstadt die Nase vorne. „Das steht so im Regelbuch aber nirgends drinnen“, weiß Wiener Neudorf-Obmann Paul Pultar. Der Spruch lag im Ermessen des Wettspielreferenten.

Sabine Billing vom Österreichischen Hockeyverband hält fest: „Der Zusatzpunkt zählt sehr wohl für die Tabelle, aber eben nicht im direkten Vergleich“, sie fragt sich allerdings selbst: „Warum gibt es dann überhaupt ein Shootout?“

"Nächstes Mal einfach besser spielen"

Am Wochenende verbrachte Pultar einige Zeit am Telefon, resignierte am Schluss aber: „Wir wollen alles sportlich klären und nicht am grünen Tisch. Das nächste Mal müssen wir einfach besser spielen, dann passiert so etwas erst gar nicht“, gibt sich Pultar diplomatisch.

Ein Einspruch hätte aus sportlicher Sicht auch wenig Sinn gemacht, immerhin fand das Cup-Halbfinale bereits am gestrigen Mittwoch statt.

Ganz abgehakt ist die Sache damit aber noch nicht, Wiener Neudorf will das Thema bei der nächsten Sportreferatssitzung zur Diskussion bringen. „Es muss einfach nachgeschraubt werden“, will Pultar eindeutige Regeln. Im Meisterschaftsbetrieb gibt es Hin- und Rückspiel. Ein Patt beim direkten Vergleich ist daher wesentlich unwahrscheinlicher: „Es hat so eine Situation anscheinend noch nie gegeben“, glaubt Pultar, der das eigene Schicksal zum Anlass nehmen will, um das Problem zu lösen.