Martin Nitsch: Fotograf am blanken Eis. Guntramsdorfs Martin Nitsch skatete über den sibirischen Baikalsee. Am größten Süßwassersee der Welt legte er 210 Kilometer auf schmalen Kufen zurück.

Von Red. Mödling. Erstellt am 18. März 2020 (01:05)
Martin Nitsch zeigt auf den Baikalsee, dort lief der Guntramsdorfer Fotograf 210 Kilometer im Eislaufschuh.
Martin Nitsch

Diese Reise wird der Guntramsdorfer Eisschnellläufer Martin Nitsch wohl so rasch nicht wieder vergessen. Gemeinsam mit vier weiteren Eisschnellläufern aus Niederösterreich hat er im Zuge der Baikal Experience 210 Kilometer zurückgelegt. Auf einem See der Superlative. Denn: Der Baikalsee ist nicht nur der älteste, sondern auch der größte Süßwassersee der Welt. Er ist etwa achtmal so groß wie das Burgenland und mit fast 1.640 Meter der tiefste See der Welt.

„Es klingt paradox, aber wir sind am größten Süßwassersee der Welt fast ausgetrocknet.“ Martin Nitsch musste während des Rennens viel trinken.

Und: Der See und dessen Umgebung bieten pausenlos Ablenkungen, die ganz schön gefährlich werden können. „Die Strecke von 210 Kilometern ist nicht die größte Herausforderung. Es sind vielmehr die unglaublichen Naturschauspiele, die einem das gefrorene Eis bietet. Von gefrorenen Luftblasenfeldern über Skulpturen, die wie gefrorene Nadeln aussehen bis hin zum sogenannten schwarzen Eis, berichtet Nitsch von seinem Abenteuer. Das Wasser am Baikalsee sei so rein, dass die Sportler durch das 70 Zentimeter dicke Eis durchschauen konnten.

Heuer stellte sich eine Delegation rund um Martin Nitsch dem Abenteuer am Baikalsee.
NOEN

Neben diesen Naturschauspielen war die trockene, kalte Luft eine Herausforderung: „Man hat kein Durstgefühl und vergisst zu trinken. Es klingt paradox, aber wir sind am größten Süßwassersee der Welt fast ausgetrocknet. Davor haben uns letztendlich aber unsere russischen Coaches bewahrt“, erklärt der skatende Fotograf, der auch das letzte Hindernis (querverlaufende Eisschollenfelder, manche auch kletternd) überwand.