Dänemark, wir kommen!. Nach der Auslosung in Kopenhagen stehen die WM-Gegner für die Österreichische ÖHB-Auswahl fest: In Gruppe C trifft man unter anderem auf Dänemark und Norwegen.

Von Max Kolodej. Erstellt am 27. Juni 2018 (01:56)
Jubelstimmung herrscht bei Tobias Wagner und dem ÖHB-Team nach der sensationellen Qualifikation für die Europameisterschaft in Dänemark und Deutschland.
ÖHB/Bucher

Es war ein unglaublicher Freudentag für die österreichischen Handballfans: Die ÖHB Auswahl rang nach einem Unentschieden im Hinspiel die Mannschaft aus Weißrussland zuhause vor rund 4.000 Fans mit 31:26 nieder und revanchierte sich damit für das Ausscheiden bei der Europameisterschaft 2018. Und noch viel wichtiger: Man qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.

Zwei Spiele, die auch für ÖHB-Teamspieler und Ex-Perchtoldsdorfer Tobias Wagner eine besondere Bedeutung hatten: „Die zwei Spiele waren für mich persönlich extrem wichtig. Bei der EM habe ich gegen Weißrussland noch nicht so viel gespielt und jetzt eben sehr viel. Für mich sind die Spiele auch gut gelaufen, deshalb gab es für mich doppelt Grund zur Freude“, so der 23-Jährige, der aktuell in der zweiten Deutschen Liga beim HBW Balingen-Weilstetten seine Brötchen verdient.

Platz drei als erklärtes Ziel

Und seit Montagmittag ist auch bekannt, mit wem man es bei der Weltmeisterschaft 2019 in Dänemark und Deutschland zu tun bekommt: In Gruppe C trifft man in Herning (DEN) im Kampf um den Aufstieg auf niemanden geringeren als Gastgeber Dänemark und Vize-Weltmeister Norwegen, dazu gesellen sich noch Tunesien, Chile sowie Saudi Arabien. „Die Gruppe ist hart. Dänemark und Norwegen werden sich Platz eins ausmachen und wir, Tunesien und Chile Platz drei. Natürlich haben wir eine theoretische Chance gegen Dänemark oder Norwegen aber unser Hauptaugenmerk sollte bei dem Tunesien-Spiel liegen“, analysiert Tobias Wagner die Gruppe. Auch für Teamchef Patrekur Johannesson ist das klare Ziel das Erreichen von Platz drei, mit dem man sich für die Hauptrunde der Weltmeisterschaft qualifizieren würde: „Wir sind bei der WM, unser Ziel ist unter die Top-Drei zu kommen, egal welche Gruppe wir erwischt hätten. Jetzt heißt es für uns speziell über jene Teams die wir nicht so gut kennen, so viele Informationen wie möglich einzuholen und zu allen Gegnern Videostudium zu betreiben. Ich nehme unser Los positiv und Herning kennen wir bereits aus 2014“, so Johannesson.

Und eine Motivationsspritze bei der Weltmeisterschaft könnte die Handball Nationalmannschaft gut brauchen, denn nur ein Jahr nach der WM wartet bereits die Europameisterschaft, die neben Schweden und Norwegen auch in Österreich ausgetragen wird, auf die Truppe von Patrekur Johannesson.

Ein Großevent, dass für viele Spieler und Funktionäre natürlich zum absoluten Karrierehighlight zählen wird, wie auch Teammanager Philipp Wagner weiß:

„Beim Fußball war mir der Ton zu rau“

„Natürlich ist eine Heim-EM für alle etwas ganz Besonderes aber es ist jetzt nicht so, dass die WM nur eine Generalprobe für 2020 ist.

Wir wollen mitspielen und dass wir das können, haben wir gegen Weißrussland gesehen“, so Philipp Wagner, der übrigens nicht mit Kreisläufer Tobias Wagner verwandt ist, obwohl sich die Wege der zwei bereits früher gekreuzt hatten:

„Als Tobias so um die 15, 16 war, haben wir in der Landesliga bei den Perchtoldsdorf Devils das ein oder andere Spiel gemeinsam bestritten“, erinnert sich Philipp Wagner an seinen jüngeren Namensvetter, der noch bis 2011 im Trikot der Devils aufgelaufen ist, ehe er zu den Fivers in die Bundesliga wechselte: „Wären meine Eltern in der Steiermark geblieben, wäre ich wohl beim Wintersport gelandet, aber in Wien ist der jetzt nicht so populär beziehungsweise leicht auszuführen und beim Fußball war mir der Ton als fünf-, sechsjähriges Kind einfach zu rau. Über meine Mutter beziehungsweise deren Pilates Trainerin, die auch Mini-Handballtrainerin war, bin ich dann zum Handball gekommen“, erinnert sich der Deutschland-Legionär an den Beginn seiner Karriere.