Die WM und die neuen Wege von Sebastian Frimmel. Nach den EM-Qualifikationsspielen gegen Deutschland blickt Sebastian Frimmel und das Nationalteam Richtung Weltmeisterschaft. Ein Vereinswechsel steht vor der Tür.

Von Max Kolodej. Erstellt am 13. Januar 2021 (01:23)
Sebastian Frimmel
Jonathan Nackstrand

Zwei Niederlagen musste die österreichische Nationalmannschaft im Zuge der EM-Qualifikation in Gruppe 2 hinnehmen – wenig überraschend, denn der Gegner hieß zweimal Deutschland. Für den Perchtoldsdorfer Sebastian Frimmel ein doppelt besonderes Duell.

2014 gab Frimmel sein Teamdebüt gegen den DHB. „Man bekommt über die Jahre einfach ein anderes Auftreten und Selbstverständnis. Ab und zu ist so ein Länderspiel, sogar gegen Deutschland, schon zur Routine geworden. Natürlich ist es trotzdem immer etwas Besonderes. Das erste Länderspiel gleich gegen so einen Gegner war natürlich cool. Ich hab auch ein wenig spielen dürfen aber leider kein Tor gemacht“, erinnert sich Frimmel an seine Anfänge.

„Wir haben aber eine echt tolle Truppe und eigentlich immer Spaß miteinander.“ Sebastian Frimmel über die WM in der Bubble.

Nun gilt der volle Fokus aber der Weltmeisterschaft in Ägypten, wo das Nationalteam am Donnerstag ihr Auftaktspiel gegen die USA bestreitet. Realistisch gesehen wohl das machbarste Spiel und für den weiteren Verlauf des Großereignisses bereits ein richtungsweisendes, denn die Top-3 schaffen den Sprung in die Hauptrunde, wo es dann um einen Platz im Viertelfinale geht: „Das Ziel ist, auf jeden Fall gegen die USA zu gewinnen und in die Hauptrunde einzuziehen. Mit Frankreich und Norwegen sind auch noch zwei absolute Weltklassemannschaften in unserer Gruppe, da wird es natürlich enorm schwer.“

Schwer sind auch die momentanen Umstände, denn die Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich Corona werden im Team penibelst umgesetzt: Zu Weihnachten und Silvester verbrachten die Teamspieler jeweils zwei freie Tage. Ansonsten verbringen sie die Zeit bis Ende Jänner mit den Kollegen in einer Bubble: „Mit Corona ist dieses Jahr nichts so, wie es sonst ist. Vor allem in unserer Situation müssen wir unglaublich aufpassen. Wir haben aber eine echt tolle Truppe und eigentlich immer Spaß miteinander“, winkt Frimmel bei der Frage nach Lagerkoller ab.

Eine ohnehin schon aufregende Zeit wurde für den 25-Jährigen in den letzten Tagen aber gleich noch aufregender, denn Frimmel gab seinen Wechsel von „Kadetten Schaffhausen“ zum Ungarischen Champions-League-Teilnehmer „Pick Szeged“ bekannt, eine Top-Adresse in Europa.

Ein Wechsel, der durchaus von Wehmut begleitet wird, wie Frimmel zugibt: „Ich konnte mich in Schaffhausen etablieren, gehöre zu den Leistungsträgern, fühle mich sehr wohl und habe viele neue Freunde gewonnen. Wäre es nicht so eine Topadresse, wäre ich wahrscheinlich geblieben. Ich habe noch ein halbes Jahr und das werde ich genießen.“

Mit dem Wechsel zu Szeged gelingt der nächste Schritt. 2018 gewann Frimmels Neo-Team zuletzt die ungarische Meisterschaft und holte 2019 den Pokalsieg. 2014 gewann man den EHF Cup, der seit dieser Saison unter dem Namen EHF European League läuft.

„Das ist genau der Schritt, den ich mir vorgestellt habe. Der nächste muss sein, dass ich mich in Szeged durchsetze und zum Leistungsträger werde. Ich freue mich, in der kommenden Saison wieder Champions League spielen zu können. Szeged ist immer vorne mit dabei im Kampf um einen Viertelfinalplatz. Die Trainingsqualität wird auf höchstem Level sein, da bei Szeged ausschließlich Weltklassespieler spielen. Jeden Tag mit ihnen in der Halle zu stehen und zu trainieren, davon erwarte ich mir viel“, freut sich Frimmel auf die Herausforderung.