Frankreich nächste Station für Wagner. Nationalspieler Tobias Wagner wechselt zum Französischen Erstligisten Fenix Toulouse.

Von Max Kolodej. Erstellt am 07. April 2021 (01:12)
Tobias Wagner möchte mit den Fivers in dieser Saison noch den großen Titelwurf landen, ehe der Kreisläufer ab Herbst für den französischen Erstligisten Toulouse auf Torjagd geht.
AFP/Anne-Christine Poujoulat, AFP/Anne-Christine Poujoulat

„Ich bin in der Form meines Lebens und will es als Profi noch einmal wissen“, freut sich Tobias Wagner über ein neues Kapitel in seiner Karriere.

Nicht nur bei den Margareten Fivers, sondern auch im österreichischen Handball-Nationalteam hat sich Wagner in der letzten Zeit zu einem der wichtigsten Spieler auf dem Parkett entwickelt, nun möchte er noch einmal den Schritt ins Ausland wagen. Denn bereits in der Saison 2015/16 war Wagner bei HBW Balingen-Weilstetten in Deutschland engagiert. Damals war es vor allem dem Verletzungspech geschuldet, dass der Kreisspieler nicht zum Zug kam und so gab es 2018 die Rückkehr zu den Fivers.

„Ich bin in der Form meines Lebens und will es als Profi noch einmal wissen.“ Tobias Wagner

Eben dort kämpfte sich Wagner, der sein handballerisches Rüstzeug bei den Perchtoldsdorf Devils erlernte, zurück und begeisterte auch auf europäischer Ebene. Gegen seinen Neo-Klub Toulouse traf Wagner im Hinspiel der diesjährigen European League gleich sechs Mal und war damit maßgeblich am 37:32-Erfolg seiner Mannschaft beteiligt.

„Da konnte ich sicherlich das erste Mal auf mich aufmerksam machen. Dann kamen bei der WM noch gute Spiele gegen Norwegen und Frankreich dazu, nach der Weltmeisterschaft wurde es mit Toulouse konkreter“, blickt Wagner noch einmal auf seine sensationelle Saison zurück. 

Jetzt wartet allerdings der totale Neustart in einer neuen Liga, einer neuen Stadt und natürlich einem neuen Team. „Ich versuche momentan,  so viele Spiele wie möglich irgendwie zu schauen. Manche Spieler kenne ich von den Aufeinandertreffen auch oberflächlich persönlich. Mittlerweile ist zu dem einen oder anderen auch ein Kontakt entstanden“, erzählt Wagner, der mit dem ehemaligen Westwien-Spieler Erwin Feuchtmann auch einen alten Bekannten wiedersehen wird.

Dass eine so große Veränderung eine Herausforderung sein kann, dessen ist sich Wagner bewusst. Mit Toulouse glaubt der 1,98-Hüne allerdings, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Es war mir beim Wechsel sehr wichtig, dass nicht nur der Handball passt, sondern auch das soziale Leben. Toulouse hat unter seinen 400.000 Einwohnern sehr viele junge Menschen, ist auch als Studentenstadt bekannt. Ich denke, die Stadt passt gut zu mir“, so Wagner über das neue Leben in Südfrankreich, nicht unweit von der spanischen Grenze entfernt.

Nun geht es aber noch einige Monate in der österreichischen HLA weiter und auch dort hat Wagner nach dem deutlichen Ausscheiden gegen die Füchse Berlin im Achtelfinale der European League noch einiges vor: „Mein großer Dank gilt den Fivers, die mich nach meiner schweren Phase in Balingen zu alter Stärke geführt haben. Die verbleibenden Monate möchte ich noch so erfolgreich wie möglich gestalten und mit meinem Team wie schon 2016 das Triple in die Handballcity Margareten holen.“