Petra Blazek: „Schaue nicht auf Rekorde“

201 Länderspiele hat Petra Blazek (34) am Buckel. Das Ziel ist die Heim-EM 2024.

Malcolm Zottl
Malcolm Zottl Erstellt am 13. Oktober 2021 | 02:49
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Petra Blazek ist im ÖHB-Team die dienstälteste Spielerin. Die HC Thüringen-Legionärin hält mittlerweile bei 201. Team-Einsätzen und wird sich auch weiterhin nach den Würfen der Gegnerinnen strecken, vielleicht bis zur Euro 2024.
Foto: Malcolm Zottl

NÖN: Sie bestritten in der Vorwoche gegen Dänemark ihr 200. Spiel im Nationalteam. Was bedeutet Ihnen das, schauen Sie auch auf den Rekord von Barbara Strass (275. Länderspiele)?

Petra Blazek: Ich setze mir kein Limit, mit so und so vielen Spielen, schaue nicht auf Rekorde. Es hat mich vor 17 Jahren, als ich ins Team gekommen bin, mit Stolz erfüllt, für Österreich zu spielen. Es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung. Ich möchte natürlich noch die Heim-EM 2024 spielen. Es wäre aber vermessen zu sagen, dass ich dem alles unterordne, weil es kann bis dahin noch so viel passieren. Man kann sich auch kurz davor verletzen. Ich werde aber sicher so lange spielen, so lange ich die Motivation aufbringe, mein Körper die Doppelbelastung aushält und ich dem Team helfen kann.

Sie haben 2004 debütiert, ist das Nationalteam von damals in irgendeiner Weise mit der aktuellen Mannschaft vergleichbar?

Das kann man vielleicht in ein paar Jahren sagen, dafür ist es aktuell noch zu früh. Als ich ins Team gekommen bin, haben noch die ganz Großen gespielt, wie Logvin, Todorovic, Strass, Rusnatschenko, die man international gekannt hat. Da hat Hypo immer Champions League gespielt und einige Spielerinnen haben die Staatsbürgerschaft angenommen. Ich würde sagen, dass das auch gut für den österreichischen Handballsport war. Nach den Umbrüchen sind wir aber aus dem Rat der Großen hinausgefallen, wir haben dann einfach schwerere Gegner bekommen. Jetzt haben wir es wieder zu einer WM geschafft, ich erwarte bis zur Heim-EM 2024 keine großen Veränderungen im Kader.

Die WM 2021 steigt im Dezember in Spanien, was ist in der Gruppe mit Spanien, China und Argentinien möglich?

Wenn wir an die letzten Leistungen anschließen, sind China und Argentinien sicher machbare Aufgaben. Die Hauptrunde ist unser Ziel. Spanien ist daheim unter Druck, möchte eine Medaille holen, vielleicht können wir das nützen und sogar zwei Punkte mitnehmen, das wäre sehr schön.

Zuletzt habt ihr gegen Dänemark (22:27) und Rumänien (33:33) in der EM-Quali 2022 voll gefordert ...

Bei denen stehen 20 Vollprofis im Kader, die machen nichts anderes als Handballspielen. Bei uns spielen doch einige noch in der österreichischen Liga, machen auch noch andere Sachen nebenbei. Das war schon beeindruckend, wie wir da mitgehalten haben. Früher haben wir gegen solche Gegner noch hoch verloren.