"Tabula rasa" bleibt bei HYPO Niederösterreich aus. Der Fokus soll nach dem reißen der Titelserie noch mehr auf den Nachwuchs gelegt werden - Legionäre sollen keine kommen.

Von Max Kolodej. Erstellt am 19. Juni 2019 (02:32)
Kolodej
Turbulente Zeiten. Auf Ferenc Kovacs (l.) und Gerhard Haidvogel (r.) warten einige Herausforderungen.

Nach dem erstmaligen Verpassen des Meistertitels nach 42 Jahren „Regentschaft“, war klar, dass bei Hypo Niederösterreich einige Veränderungen vor der Tür stehen. Nachdem der Vorstand sich diese Woche beraten hat, ist klar: Veränderungen kommen, allerdings nicht im großen Ausmaß. So wird etwa Trainer Ferenc Kovacs zumindest die Vorbereitung auf die kommende Saison weiterhin betreuen, wie Obmann Gerhard Haidvogel bestätigte: „Wir werden versuchen, neue Impulse eher behutsam zu setzen. Und nicht von heute auf morgen einige Dinge zu ändern, nur damit irgendetwas geschieht.“

Was das genau für den Trainerposten in der kommenden Saison heißt, bleibt also weiterhin abzuwarten. (Noch-)Trainer Feri Kovacs hofft auf baldige Klarheit: „Es ist eine schwierige Situation, seit dem verpassten Titel schlafe ich nicht gut. Ich möchte im Verein bleiben, egal ob als Trainer oder in einer anderen Funktion.“ Sicher ist nur, dass die kommenden Abgänge (wie beispielsweise der langzeitverletzten Barbara Laszlo) nicht mehr mit Legionären besetzt werden und man auf die eigene Jugend setzen möchte: „Wir haben dieses Jahr fünf von sieben mögliche Staatsmeistertitel geholt und auf genau diese Jugend möchten wir ganz stark setzen. Die Positionen, die wir dringend verstärken möchten, werden wir mit inländischen Spielerinnen versuchen zu besetzen“, kündigte Haidvogel zusätzlich das Ende der Legionärsära an.

Das befürchtete Abwandern von Teilen der Mannschaft sollte beim Rekordmeister also nicht eintreffen und man darf damit weiterhin als die führende Kraft im österreichischen Damenhandball in die neue Saison gehen: „Ich weiß, es gab diesbezüglich Gerüchte, aber so direkt nach der Finalniederlage wollten wir keine Verhandlungen führen, die von Emotionen geprägt gewesen wären. Es gibt allerdings mittlerweile mündliche Abmachungen und Ende Juni sollten spätestens alle Verträge unter Dach und Fach sein“, erklärt Haidvogel weiter.