Johannes Pacher: Uni-Gold, reine Kopfsache. Galaxy Tiger Johannes Pacher stand bei der Universiade am obersten Stockerl, ist damit der beste Student in der 90 Kg-Klasse. Der Weg zum Titel ebnete sich dabei im Köpfchen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 10. Juli 2019 (01:12)
Galaxy Tigers
Johannes Pacher

Johannes Pacher gelang bei der 30. Universiade – Studenten-Weltmeisterschaft – ein Überraschungscoup. Der Kämpfer der Perchtoldsdorf Volksbank Galaxy Judo Tigers sicherte sich die Goldmedaille. Dabei waren einige der internationalen Top-Fighter der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm auch bei der Universiade in Neapel (Italien) im Einsatz. „Ganz real ist es für mich immer noch nicht“, gestand Pacher beim NÖN-Telefonat am Montagabend. „Ich habe mich da selbst ein bisserl überrascht.“

Nach Siegen über den Rumänen George Rotaru, den Ukrainer Vitalii Shepel und den Russen Roman Dontsev stand Pacher im Semifinale, traf dort auf den Brasilianer Gustavo Assis, der im Turnierverlauf Vize-Weltmeister und Topfavorit Kristzian Toth (Ungarn) aus dem Rennen nahm. Pacher besiegte den Südamerikaner im Golden Score.

Im Finale traf Pacher auf die georgische Nachwuchshoffnung Lasha Bekauri. Nach 36 Sekunden warf der Tiger die Nummer 50 der Welt Ippon.

"Am Anfang hatte ich eher einfache Gegner"

Pacher gibt Einblick, wie er in der vergangenen Woche in den Flow kam. „Die Auslosung war okay. Am Anfang hatte ich eher einfache Gegner“, dadurch sei das Selbstvertrauen nach und nach gestiegen. „Der erste Sieg war wichtig für den Kopf, weil mich das Olympia-Flair vor Ort doch sehr beeindruckt hat.“ Mit jedem Sieg wurde das Selbstvertrauen größer.

„Es war in erster Linie eine mentale Leistung. Fehler, die ich sonst gemacht habe, weil ich nervös war, sind ausgeblieben. Dieses Mal habe ich alles richtig gemacht“, grinst Pacher. Freilich: Gold bei der Universiade gibt Auftrieb für die nächsten Wochen, doch die ganz großen Ziele eines Sportlers sind natürlich andere. Mit dem Goldcoup von Neapel qualifizierte sich Pacher einmal für die Weltmeisterschaft in Gleich nach dem Uni-Titel, ging es weiter zum Trainingslager nach Israel, wo sich Pacher für das nächste World Tour-Turnier in Budapest vorbereitet. Bei den nächsten Grand Prixs und Grand Slams will der 23-Jährige wieder um die Spitzenplätze mitmischen. „Ich möchte jetzt auch dort Medaillen holen, nach Möglichkeit natürlich wieder Gold“, schmunzelt der Judoka.

Und neben der WM in Tokio Ende August sind die Olympischen Spiele in der japanischen Hauptstadt das große Ziel für dem Österreicher. Die Qualifikation läuft noch bis ins Frühjahr 2020. Die Punkte in der zweiten Quali-Phase zählen doppelt so viel wie jene der ersten Phase.

Gut für Pacher, denn bisher verlief die Punktejagd nicht nach seinem Geschmack. Doch all das war vor Gold bei der Universiade: „Olympia ist für mich schon auf der Kippe gestanden. Doch nach dieser Goldmedaille ist es definitiv wieder Thema.“ Und dass der Blondschopf mit Olympia-Flair umgehen kann, hat er diese Woche in Süditalien schon bewiesen.