Bresnik: "Futterneid wird es nicht geben". In Traiskirchen entsteht Leistungszentrum rund um die Familie Thiem. Südstadt-Chef Günter Bresnik sieht Konkurrenz „befruchtend“.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 27. Mai 2020 (01:13)
Langjähriger Thiem-Coach Günther Bresnik
APA (AFP/Getty)

Das Austrian Tennis Comitee (ATC) rund um Wolfgang Thiem sorgte in der Tennisszene für Aufsehen: Mit dem „Leistungszentrum Ost“ in Traiskirchen entsteht eine neue Tennisakademie, dort sollen auch die heimischen Asse rund um Dominic Thiem trainieren.

Vater Wolfgang Thiem steckt sich beim Projekt hohe Ziele: „Mein Anspruch ist der, dass ich das Top-Ausbildungszentrum im Osten oder eigentlich in Österreich werde. Und ich gehe ganz klar auch in eine Konkurrenz zur Südstadt. Ich stelle den Anspruch, dass wir die besten Jugendlichen hierher bekommen.“

„Die Lokalität ist einzigartig. Die Südstadt ist nicht ohne Grund Bundessportzentrum.“ Günter Bresnik über den (Tennis-)Standort Südstadt

In der Südstadt war Wolfgang Thiem bis 2019 selbst Headcoach des „Leistungszentrum Bresnik“.

„Dominic war als Spieler mein Schüler, Wolfgang als Trainer“, erinnert sich Leistungszentrum-Chef Günter Bresnik, ehe sich die jahrelange Zusammenarbeit im Vorjahr Schritt für Schritt auflöste. „Ich habe Dominic quasi vom Kindergarten unter die Top Ten geführt. Das wird es wahrscheinlich kein zweites Mal geben“, meint Bresnik.

Alles Vergangenheit: Nachdem ATC-Präsidentin Barbara Muhr nicht Chefin des Österreichischen Tennisverbands (ÖTV) und Wolfgang Thiem nicht ÖTV-Sportchef wurde, zog er seine Schützlinge Denis Novak, Sebastian Ofner und Jurij Rodionov im März aus der Südstadt ab, seitdem wird an den „Better Tennis“-Standorten in Alt Erlaa und eben in Traiskirchen trainiert. Nun gibt es am Leistungsstandort in Traiskirchen eben auch eine neue Akademie für Nachwuchstalente. Gerade einmal 9,7 Kilometer von der Südstadt entfernt.

„Es hat auch zuvor einige Tennisschulen in ganz Österreich und geballt im Großraum Wien gegeben“, hält Bresnik fest: „Ich finde es in erster Linie befruchtend. Wenn es einen Standort mehr gibt, an dem Kinder gut ausbildet werden, kann es nur gut für das Tennis in Österreich sein. Und Futterneid wird es hoffentlich nicht geben“, interpretiert Bresnik den Konkurrenzgedanken.

Dass der Tennis-Standort Südstadt weiterhin ein wichtiger bleibt, bezweifelt Bresnik nicht, gerade wegen der Infrastruktur: „Die Südstadt ist einzigartig und nicht ohne Grund Bundessportzentrum. Hier sind eigentlich alle Sommersportarten beheimatet.“