Österreichs Handballfrauen trotzen Rumänien Remis ab

Österreichs Handball Frauen Nationalteam ringt dem haushohen Favoriten Rumänien in der Südstadt in der Qualifikation zur Women´s EHF EURO 2022 ein 33:33-Unentschieden in der Südstadt ab. Nach Fünf-Tore-Rückstand zur Halbzeit, führte man 4:30 Minuten vor Spielende sogar mit drei Treffern und schrammte hauchdünn an der ganz großen Sensation vorbei.

Erstellt am 11. Oktober 2021 | 06:56
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Stefanie Kaiser und die ÖHB-Damen fanden immer wieder Lücken in Rumäniens Deckung.
Foto: ÖHB/Agentur Diener/Philipp Schalber

„Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft, aber es fühlt sich an wie eine Niederlage. Du bist vier Minuten vor Schluss noch mit drei Toren vorne und ein, zwei technische Fehler zu viel haben den Rumäninnen erlaubt ein mehr als glückliches Unentschieden zu erreichen“, Teamchef Herbert Müller in einer ersten Reaktion.

Rumänien setzt sich ab

Die Anfangsminuten waren geprägt von starken Deckungsreihen auf beiden Seiten und guten Torfrauleistungen. Immer wieder liefen sich beide Teams in der Deckung des Gegners fest, oder kamen ins Zeitspiel. Nach 20 Spielminuten waren lediglich 16 Treffer auf der Anzeigetafel zu verzeichnen, Rumänien führte 9:7. Doch genau in dieser Phase häuften sich die Fehler bei den Österreicherinnen, Rumänien bestrafte jeden einzelnen davon, zog auf 15:9 davon und führte zur Halbzeit 16:11.

Traumstart in Halbzeit zwei

Nach Seitenwechsel legten Sonja Frey & Co. mit viel Spielfreude los, legten binnen weniger Minuten einen 5:0-Lauf und glichen durch Patricia Kovacs zum 17:17 aus. Rumänien nahm umgehend das Timeout, stabilisierte sich wieder, doch die Österreicherinnen ließen den WM-Dritten von 2015 nicht mehr davonziehen. Ganz im Gegenteil: Nach 41 Minuten erzielte Katarina Pandza den verdienten Führungstreffer zum 21:20.

Dramatischer Endspurt

Die Halle bebte, Österreich legte vor, stellte mit einem 3:0-Lauf, der gekrönt war von einer überragenden Petra Blazek, die in ihrem 201. Länderspiel ins leere Tor traf, auf 28:25. Diesen Abstand hielt man bis wenige Minuten vor Spielende, in denen Nina Neidhart von Alina Ilie in Wrestling-Manier zu Boden gerissen wurde und dafür direkt die Rote Karte sah. Rumänien gelang dennoch der Ausgleich. Patricia Kovacs stellte zwölf Sekunden vor Spielende auf 33:32, doch diese wenigen Sekunden reichten dem Favoriten, um noch das Unentschieden zu retten.

Das sagt der Teamchef

Herbert Müller, Teamchef: „Wenn ich denke, wie viele Abpraller noch zu Rumänien gekommen sind, muss ich ehrlich sagen, dass heute alles was so an Glück in Betracht kommt, nicht unbedingt auf unserer Seite war. Aber die Mädels haben gekämpft ohne Ende. In der Abwehr müssen und können wir besser spielen, vorne war das sieben gegen sechs wieder überragend. Wir haben in der zweiten Halbzeit 22 Tore geschossen. Eigentlich war Rumänien schon gefallen. Es ist schade, dass wir den Sack nicht zu gemacht haben. Aber trotzdem, es überwiegt der Stolz.“

Das sagt Sonja Frey

Sonja Frey: „Am Ende hätten wir den Sieg erzwingen müssen. Wir haben leider in der zweiten Halbzeit in der Abwehr nicht wirklich einen Zugriff gekriegt, dafür war der Angriff mit dem sieben gegen sechs überragend. Daraus müssen wir lernen. Im Nachhinein können wir mit dem Unentschieden zufrieden sein. Es ist super, dass wir zwei Spiele so konstant spielen können. Auf jeden Fall bin ich sehr stolz auf die Mädels.“

Argentinien als WM-Gegner

Am heutigen Sonntag ging die Süd- und Zentral-Amerika-Meisterschaft zu Ende, bei der sich Brasilien vor Argentinien durchsetzte. Damit steht mit Argentinien der letzte noch ausstehende Gegner in der Vorrunde der WM 2021 fest. Herbert Müller: „Es ist keine Überraschung. Wir haben das genau so erwartet. Wir hätten natürlich wir lieber als Asien 6 einen schwächeren Gegner als China gehabt, Argentinien war klar, dass sie zu uns kommen werden, Brasilien ist da wesentlich stärker. Von da her ist es eine Gruppe in die wir rein gehen können und mit etlichen Mannschaften auch auf Augenhöhe fighten können und das wollen wir annehmen.“ Österreich trifft damit am 2. Dezember auf China, das eine Wildcard erhielt, am 4. Dezember auf Argentinien und am 6. Dezember auf Gastgeber Spanien. Gelingt der Einzug in die Hauptrunde, verbleibt man in Torrevieja und spielt am 8., 10. und 12. Dezember gegen die Top 3 aus Gruppe G. Der Presidents Cup der jeweiligen Gruppenletzten wird in Lliria von 8. bis 13. Dezember ausgetragen, plus dem jeweiligen Platzierungsspiel am 15. Dezember.