Nach 2:42-Debakel: keine polizeilichen Ermittlungen

Schluss mit lustig: Nach wie vor ist die Abfuhr, die der SC Mödling gegen ASV Unterwaltersdorf erlitten hatte, in aller Munde.

Erstellt am 23. Juni 2015 | 08:13
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Foto: NOEN, Foto: Dworak
Nach dem 2:42-Debakel der Mödlinger SC-Kicker überschlagen sich die Ereignisse. Obmann Michael Kanyka muss am Mittwoch bei der Kriminalpolizei vorstellig werden: Verdacht auf Spielmanipulation.

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich von der Vorladung und dem Verdacht gehört habe. Wenn ich etwas manipulieren hätte wollen, hätten wir 0:60 verloren“, kann’s Kanyka nicht fassen.

Auch beim Fußballverband stoßen die Ermittlungen auf Unverständnis. Harald Zeller, Hauptgruppenobmann Süd/Südost: „Von uns gab es da keine Forderung in diese Richtung. Ganz im Gegenteil. Es ist nichts passiert, für uns war der Fall erledigt. Warum sollte der Letzte der letzten Klasse irgendetwas manipulieren?“

Torschütze war nicht am Spiel

Dennoch stehen dem SC Mödling Konsequenzen des NÖ Fußballverbandes ins Haus. Denn das Spiel soll mit 0:3 strafverifiziert und der Tabellenletzte mit einem Pönale belegt werden. Bilal Aksoy wurde als Torschütze für die Bezirkshauptstädter zum 2:40 eingetragen. Die Nummer 16 war aber kurzerhand gar nicht erst zum Spiel erschienen.

Kandyka beteuert, er wollte die Situation nach Matchende am PC des Schiedsrichters bereinigen, der Computer sei aber abgestürzt. „Das stimmt nicht“, meinte Referee Kenan Koc, „wir sind sogar eine Stunde nach Abpfiff noch zusammengesessen. Es ist Kanykas Verantwortung, das 45 Minuten vor dem Spiel zu erledigen.“ Der Unparteiische sei nur dazu ermächtigt, den Spielerpass und die Aufstellung zu kontrollieren. „Da hätte auch ein Peter Stöger mit der Nummer 16 auflaufen können“, zeigte sich Koc erbost.

Wie berichtet, ist es heute im Bundeskriminalamt Wien (ermittelnde Behörde bei vermuteten Spielmanipulationen) zu einem Gespräch mit SC-Obmann Michael Kanyka über die möglichen Folgen des 2:42-Debakels des Mödlinger Kicker gegen ASV Unterwaltersdorf, einem Match der 2. Klasse Ost-Mitte, gekommen. Kanyka betont auf NÖN-Anfrage mit aller Deutlichkeit: „Es gibt keine polizeilichen Ermittlungen, es wurden weder Staatsanwalt noch Gericht eingeschaltet, es besteht auch kein Manipulationsverdacht gegen den SC Mödling.“

Medien-Echo

• Die „Gazetta dello Sport“ fand reichlich Platz für den Kantersieg. Das Mannschaftsfoto des ASV Unterwaltersdorf schaffte es in die Gazetten der auflagenstärksten Sportzeitung Italiens. Dieses Kunststück gelang keinem der Mailänder Vereine nach der verkorksten Saison.

• Auch die argentinische Tageszeitung „Los Andes“ und das größte Sportportal des Kontinents „Deportes Terra“ machten sich über die Truppe aus der Bezirkshauptstadt lustig.

• In Griechenland konnten sich die Bürger von ihren alltäglichen Sorgen lösen, indem sie auf „Sport24“ herzhaft über den österreichischen Kick lachen konnten.

• In Deutschland titelte sogar Der Spiegel „Wie Antilopen gegen Löwen“. Das renommierte Magazin schenkte einem Interview mit Obmann Michael Kanyka eine ganze Seite. Da musste sich der Mödling-Betreuer der Frage stellen, ob er denn die schlechteste Mannschaft des Landes trainieren würde.