Michael Weiss: „Ich bin oldschool“, die Leistung zählt. Michael Weiss bestreitet seinen 2. Ironman innerhalb von nur drei Wochen, lässt lieber Erfolge statt Social Media sprechen.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 25. April 2019 (03:25)
David Sullivan
Durstig nach weiteren Siegen. Michael Weiss startet am Samstag beim Ironman Texas und peilt den nächsten Sieg an.

Dritter beim Ironman in Südafrika, zuvor Sieg beim 70.3 Ironman in Campeche (Mexiko): Michael Weiss hat seine Top-Form aus dem letzten Jahr zweifelsohne mitgenommen. „Ich bin noch besser drauf“, ist sich der Gumpoldskirchner sogar sicher.

Gerade im Schwimmen habe Österreichs Triathlon Aushängeschild aufgrund fleißiger Trainings in der Südstadt während der Winterpause zugelegt. „Ich habe den Umfang um 20 bis 30 Prozent gesteigert, auch die Qualität“, berichtet Weiss, „aber in den bisherigen Rennen konnte ich es noch gar nicht so umsetzen.“ Beim nächsten Wettkampf am kommenden Samstag, dem Ironman Texas, soll das im Idealfall anders sein. Es ist der zweite Ironman über die Langdistanz (3,86 Km Schwimmen, 180,2 Km Radfahren und 42,195 Km Laufen) binnen drei Wochen.

Für die meisten Profi-Triathleten wäre diese Belastung innerhalb so kurzer Zeit ein absolutes No-Go. Weiss hingegen setzt auf eine teils hohe Wettkampfdichte – und der Erfolg des letzten Jahres mit sechs Titeln gibt ihm recht.

„Ich halte lieber die Spannung hoch, als in den Trainingsmodus umzuschalten“, erklärt Weiss. Wobei der 38-Jährige auch manche Wettkämpfe mehr als Trainingseinheit sieht.

Weiss traut sich auf Hawaii Top Fünf zu

Die „Gier“ nach Rennen liegt Weiss einfach im Blut: „Ich liebe meinen Beruf und der ist nun einmal Triathlon-Rennen zu bestreiten. Ich bin Profi, mache es wegen den Preisgeldern und brauche das Adrenalin.“ Einem Wettkampf – wie etwa klassischerweise der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii – das restliche Jahr „unterzuordnen“, davon hält Weiss nichts. „Das wäre dann zu viel Druck und sehr riskant.“

Weiss führt weiter aus: „Viele leisten Außergewöhnliches, aber eben nur einmal im Jahr. Die retten sich dann mit Social Media und Marketing drüber. Ich bin eben oldschool, für mich ist Leistung das Wichtigste.“ Trotzdem wird Hawaii heuer einen besonderen Platz in der Saisonplanung einnehmen. Denn Weiss hat mit Platz zehn im letzten Jahre Lunte gerochen.

„Ich spüre, dass ich das Potenzial für die Top Fünf habe. Und wenn du mal dort bist, braucht nur einer einen schlechten Tag haben und du bist ganz vorne.“ Dementsprechend wird im 2. Saisonblock nach dem Ironman 70.3 St. Pölten Ende Mai doch etwas Rücksicht auf die Weltmeisterschaft Mitte Oktober genommen. So ist auch der Start beim Ironman Austria in Kärnten äußerst fraglich. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt will Weiss aber definitiv starten: „Das ist das richtige Heimrennen für mich. Da schlafe ich in meinem eigenen Bett, brauche ich nur eine Dreiviertelstunde von Gumpoldskirchen.“

Vergangenes Jahr gewann Weiss mit den Ironman 70.3-Bewerben in St. Pölten und Zell am See sowie dem Ironman Austria in Klagenfurt alle drei Ironman-Wettkämpfe auf heimischem Boden.