Michi Weiss muss für Kärnten passen. Eine mögliche Titelverteidigung beim Ironman Austria wird es aufgrund einer Verletzung nicht geben. Fokus liegt auf Hawaii.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 26. Juni 2019 (02:30)
Stumpfer
Zeit zum Abkühlen. Den Ironman Austria lässt Michael Weiss aus, Trainings kann der Profi-Athlet aber im vollen Umfang absolvieren.

Die letzte Saison ging als bisher erfolgreichste der Karriere von Michael Weiss in die Geschichte ein. So war der Gumpoldskirchner im Dienste der Tri Runners Baden auf heimischem Boden nicht zu schlagen: Sieg beim Ironman 70.3 in St. Pölten, 70.3 in Zell am See und beim Ironman Austria in Kärnten.

Nachdem Weiss heuer Platz drei in St. Pölten belegte, steht fest: Es wird auch keine Titelverteidigung beim Ironman Austria in Klagenfurt geben. Eine Fußverletzung zwingt den 38-Jährigen zu einer ungewollten Pause. Eine Sehne am vorderen Schienbeinmuskel bzw. Rist macht Probleme. „Es ist nur eine Irritation, aber ein Marathon würde mich zerstören“, will Weiss kein Risiko eingehen. Der Profi-Triathlet bekräftigt: „Es tut weh, den Titel nicht verteidigen zu können. Aber es ist ein lachendes und ein weinendes Auge.“ Denn Weiss kann trotz der Irritation voll trainieren und die Vorbereitungen schon jetzt auf das Jahreshighlight ausrichten: die Ironman-Weltmeisterschaft in Kona, Hawaii.

"Ich habe ohnedies ein sehr dichtes Programm"

Erstmals nimmt Weiss heuer extra „Rücksicht“ auf das prestigeträchtigste aller Ironman-Events, plant seinen Trainings- und Rennkalender so, um Mitte Oktober leistungsmäßig am Zenit zu sein.

So gesehen ist ein Wettkampf weniger für Weiss sogar gut: „Ich habe ohnedies ein sehr dichtes Programm. Texas (Ironman, wo sich Weiss die Verletzung zuzog Anm.) war im Nachhinein betrachtet schon zu viel. Auf Hawaii zählt die Frische.“ Wie es zu der Irritation kam, ist kurios: beim Rennen in Nordamerika hatte sich Weiss seinen Schuh zu eng gebunden.

Dass er eigentlich schon nach Texas pausieren hätte müssen, weiß das österreichische Triathlon-Aushängeschild: „Ich bin vor St. Pölten bewusst nicht zum Arzt gegangen, weil ich nicht hören wollte, ich dürfe nicht starten.“ Weiss hofft jedenfalls, dass sein auf Hawaii zugeschnittener Plan aufgeht: „Ich habe mein Training bislang noch nie richtig auf Hawaii ausgerichtet. Ich weiß nicht, wie viele Kanonenschüsse ich noch habe, vielleicht bin ich noch zwei, drei oder viermal dort“, will Weiss aber am liebsten heuer die große Sensation schaffen. Nach Platz zehn im letzten Jahr will es der Profi heuer unter die Top Fünf schaffen.