Weiss knackt „Kona-Code“. Die Bilderbuch-Saison von Michael Weiss hat ihr nächstes Kapitel: Bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii erfüllte sich der Profi mit einem Top-Ten-Platz einen Traum.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 17. Oktober 2018 (02:10)
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Top-Form. Michael Weiss lieferte in 4:11:27 Stunden die zweitschnellste je in Kona gefahrene Radzeit ab.

Die Geschichte ist fast schon ein wenig kitschig: Im letzten Jahr gab Michael Weiss bei der Ironman-WM in Kailua-Kona, Hawaii, noch auf, dachte über sein Karriereende nach. Ein Jahr später überholte der 37-Jährige beim selben Event auf den letzten 400 Metern noch Javier Gomez, um sich in 8:11:04 Stunden seinen persönlichen Traum von einer Top-Ten-Platzierung zu erfüllen.

„Ich hatte nicht mehr die Kraft zu feiern, bin ins Ziel gefallen“, beschreibt Weiss die Erschöpfung nach dem Zielsprint, „aber ich bin natürlich überglücklich.“ Die Saison seines Lebens nimmt für den Gumpoldskirchner also ihren Fortlauf – gesättigt vom Erfolg ist Weiss aber noch nicht. „Normalerweise könnte ich jetzt aufhören“, lächelt Weiss, „aber es wäre schade. Das würde ich vielleicht machen, wenn ich merke mein Körper will oder kann nicht mehr. Aber nach der Leistung glaube ich, dass ich sogar noch mehr rausholen kann. Ich habe jetzt den Kona-Code geknackt.“

Apa/Groder
Michael Weiss

Die bisherige Top-Saison öffnet Weiss jedenfalls neue Herangehensweisen. Mit seinen Premierensiegen beim Ironman Klagenfurt und dem 70.3 in St. Pölten sowie nun dem 10. Platz auf Hawaii erfüllte sich der Profi in einem Jahr etliche Karriereziele. „Man kann sich jetzt schon überlegen, ob man das Risiko nimmt und alles auf Hawaii setzt“, philosophiert Weiss, „oder ob ich den Titel in Klagenfurt verteidigen will, versuche, noch schneller zu sein.“

Fragen, für deren Beantwortung Weiss noch ein wenig Zeit hat. Zunächst genießt Österreichs Triathlon-Aushängeschild einige Tage Urlaub auf Maui sowie in Colorado. Der nächste Wettkampf steht dann am 18. November auf dem Programm – dazwischen geht es allerdings noch zwei Wochen zurück nach Österreich. „Eigentlich wäre ich gerne jetzt schon zurück in Gumpoldskirchen und würde beim Heurigen sitzen“, gesteht Weiss. Die Heimat: Kein unwesentlicher Erfolgsfaktor für Weiss, der erst heuer seinen Wohnsitz nach Jahren in den USA wieder zurück nach Österreich verlegte. „Sie gibt natürlich Kraft.“