Für Rangers ist aus der Traum vom ersten Halbfinale. Die Mödling Rangers verfehlen erneut Zielvorgabe Top vier, auch wenn es in Prag eine deutliche Steigerung zu sehen gab.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 10. Juli 2019 (02:12)
Sonicwall Rangers/M. Bräuer
Der Lauf in eine menschliche Wand. Die Mödlinger machten ihre Sache in Prag nicht schlecht, am Ende waren die Panthers aber in der Defensive zu robust – Mödling hat damit schon wieder Sommerferien.

Die Rollen waren schon vor dem Anpfiff klar vergeben. Die Prag Black Panthers waren in den letzten Runden des AFL-Grunddurchgangs das Team der Stunde. Die Sonicwall Rangers aus Mödling so etwas wie die Antithese dazu. In den beiden Partien der Regular Season war die Schneider-Truppe dazu noch chancenlos (21:52, 0:35).

Im Kampf um das Halbfinal-Ticket waren die Mödlinger alles andere als chancenlos, doch für den erstmaligen Einzug unter die besten vier Teams der höchsten heimischen Spielklasse reichte es nicht. Die Panthers siegten mit 35:23.

Sonicwall Rangers/M. Bräuer

Schon die letzten Jahre war das Halbfinale das erklärte Ziel der Rangers, doch fuhren in den letzten beiden Jahren die Dragons die Krallen aus, bissen diesmal eben die Panther zu. Dementsprechend geknickt zeigt sich Headcoach Armin Schneider: „Das ärgerliche ist, hätten wir das Spiel gewonnen, hätten wir unser Ziel Top vier erreicht.“

Die Ursachenforschung beginnt im Detail. Die Gäste konnten einen Pass von Tyler Bruggman in der Endzone nicht festhalten. In den letzten Minuten brachte man mit starker Defense die Prager in Bedrängnis, der entscheidende Stopp sollte zweimal aber nicht gelingen.

„Doch heuer war es zu Beginn der Saison verletzt. Da habe ich mir schon gedacht: verdammt.“ Armin Schneider über Prags Dylan Potts, der „on fire“ war.

Auch beim Blick auf die Spielerliste fehlte bei den Mödlingern ein Name – Florian Wegan. „Zum vierten Mal hat er uns in den Play-offs gefehlt. Die letzten drei Mal war er auf Urlaub, heuer war er verletzt“, knirscht Schneider. Bruder Anton Wegan übernahm die Runningback-Position, fehlte damit aber als Receiver.

Auf der Gegenseite lief Dylan Potts, im Vorjahr noch Spielmacher bei den Rangers, bei den Pragern zu Topform auf. Der Quarterback ist ja als Laufmaschine bekannt, machte auch in der Wild-Card-Runde enorme Meter. „Dadurch, dass er so viel läuft, ist er in der entscheidenden Meisterschaftsphase oft angeschlagen. Doch heuer war er zu Beginn der Saison verletzt. Da habe ich mir schon gedacht: Verdammt!“, hatte Schneider so eine Vorahnung, dass der US-Boy gegen seinen Ex-Club in der letzten Phase der Meisterschaft wieder richtig fit ist: „Und so war es dann auch.“

Dazu waren die Prager jene kompakte Defense, die Potts für seinen Spielstil braucht. Am Ende bleibt nur zu resümieren, dass ein vermeintliches Team auf Augenhöhe die Spielzeit vor den Mödlingern abschließt. „Sie waren einfach viel stärker, als zu Beginn erwartet“, gratuliert Schneider den Tschechen.