Aus im Viertelfinale für Andreas Gstöttner. Keine Freunde mehr werden Andreas Gstöttner und die österreichischen Outdoor-Staatsmeisterschaften.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. September 2020 (00:55)
Andreas Gstöttner schied bei den Staatsmeisterschaften früh aus.
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Trotz überragender Führung in der Qualifikation gab es heuer keine Medaille für Andreas Gstöttner bei den österreichischen Outdoor-Staatsmeisterschaften! „Es war unglaublich und auch ich selbst verstehe es bis jetzt nicht so richtig“, klagte er Neulengbacher, der sich als Österreichs Nummer eins berechtigte Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokyo gemacht hat. Nach einem Vorsprung von 20 Ringen auf den Zweitplatzierten konnte er diesmal aber nicht einmal eine Medaille holen.

Henndorf am Wallersee war Austragungsort der heurigen Titelkämpfe. Sehr sicher und stark zeigte Andreas am Samstag in der Qualifikation sein Können. Mit 661 Ringen holte er sich überlegen mit 20 Ringen Vorsprung auf Julia Schweighofer (Tirol) die Führung. Im Anschluss wurden die ersten Eliminationen durchgeführt. Mit Freilos stieg Gstöttner im Achtelfinale ein. Ohne Probleme gelang der Aufstieg. Weiter ging’s gut gelaunt und top motiviert gegen den Kärntner Christian Leitgeb, der zuvor sensationell den Vorjahresmeister aus dem Bewerb geworfen hatte. Doch gegen Gstöttner hatte Leitgeb zunächst nichts entgegenzuhalten. Bei einer 5:1-Führung schien Gstöttner den Sieg bereits in der Taxche zu haben. Doch dann geschah es! „Ich schoss eine Acht und war auf einmal völlig von der Rolle“, erzählt Gstöttner. Sein Gegner holte sich das nächste Set 5:3, wie auch das darauffolgende — 5:5 und plötzlich war ein Stechen notwendig.

Millimeterpoker wirft Gstöttner aus der Bahn

„Ich hab mich etwas erfangen und war mit einer Neun wieder im Rennen, doch Christian war ebenso unglaublich stark. Es war nicht erkennbar, wer näher am Zentrum war“, schildert Gstöttner die bangen Minuten. Viermal wurde von den Schiedsrichtern gemessen und am Ende entschied ein Millimeter für Christian Leitgeb. Aus für Gstöttner bereits im Viertelfinale. „Ich versteh wirklich nicht, was da passiert ist! Der Achter hat mich so geärgert, dass es mich ganz aus der Bahn warf“, ärgert er sich.

Generell kam es bei dieser Staatsmeisterschaft aber zu einem „Favoritensterben“ und das Endergebnis mehr als überraschend. Mit Erwin Rebernig siegte letztlich ein weiterer Kärntner vor Harald Fenz aus Wien und eben Leitgeb.

Sehr erfreulich waren dafür die Leistungen von Gstöttners St. Christophener Klubkollegen Dieter und Matthias Daxböck bei den österreichischen Juniorenmeisterschaften. Sie konnten sie sich in ihren jeweiligen Bogenklassen Recuve beziehungsweise Compound jeweils die Bronzemedaille holen.

Dieter qualifizierte sich auch in der Allgemeinen Klasse für die Eliminationen und gewann seine erste Runde souverän mit 7:1, ehe er im Achtelfinale am späteren Staatsmeister scheiterte. „Ich war aber der einzige, der ihn bei 5:5 in ein Stechen zwang“, ist Daxböck stolz.