Eine bärige Leistung von Andreas Gstöttner in Berlin. Andreas Gstöttner sichert sich in Berlin, beim größten Weltcup-Bewerb in diesem Jahr, den neunten Platz unter 137 Startern.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. Juli 2018 (01:56)
privat
Andi Gstöttner mit Berliner Bär vor dem Olympiastadion.

Erst zum zweiten Mal in der geschichte war Berlin letzte Woche Austragungsort eines Weltcups der Bogenschützen, doch er zählte bereits zu den größten seiner Art. Allein in der olympischen Recurve-Disziplin waren bei den Herren mit dem St. Christophener Andreas Gstöttner 137 Athleten am Start, insgesamt waren es über 300 — so viele wie noch nirgendwo heuer!

„Der deutsche Schützenbund hat den Bewerb perfekt aufgezogen und organisiert, wobei das Maifeld direkt vor dem Olympiastadion eine tolle Kulisse bot“, war Gstöttner begeistert. Dazu passte an den Bewerbstagen auch das strahlend schöne Wetter, obwohl der immer wieder drehende Wind vielen Schützen Probleme bereitete, „darunter auch namhaften“.

Gstöttner konnte sich hingegen gut darauf einstellen. In der Qualifikation lange Zeit auf Rang neun und somit knapp am Freilos der ersten Acht vorbei, stand am Ende der Quali für ihn der 14. Platz. „Trotzdem eine sehr gute Ausgangsposition für die Eliminationen“, war er zufrieden. Tatsächlich bereiteten ihm tags darauf die ersten beiden Eliminationsrunden keine Mühe und so zog er souverän ins Sechzehntel-Finale ein.

Spannung bis zum Schluß

„Das habe ich nach 4:0-Führung aber unnötig spannend gemacht“, musste der 22-Jährige gegen den Spanier Pablo Acha nach 5:5 ins ungeliebte Stechen. „Seit 2015 habe ich international kein Stechen mehr gewonnen, aber dieses Mal hat es geklappt“, fiel Gstöttner mit dem Achtelfinaleinzug ein Stein vom Herzen. Dort war dann gegen Steve Wijler erwartungsgemäß Endstation. „Natürlich wollte ich gewinnen, aber gegen einen Topmann wie ihn muss dann schon alles passen“, weiß Gstöttner, der sicher über wichtige Punkte in der Weltrangliste freut. „Zuletzt lag ich auf Rang 42, aber diese Woche kommt die neue Liste raus, und da ist mir sicher ein Sprung nach vorn gelungen“, ist er nun auch hinsichtlich Grand-Prix und Europameisterschaft zuversichtlich.

Als Nächstes bestreitet Gstöttner die Staatsmeisterschaft in Henndorf. „Da möchte ich mir den Titel zurückholen“, gibt es eine Kampfansage an Nationalteamkollege Alex Bertschler.