"Teamchef sei dank": Gstöttner mit Sensation im Weltcup. Der Neulengbacher Andreas Gstöttner holt beim letzten Weltcup unter Samo Medved in Berlin sensationell den neunten Platz.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 15. August 2017 (02:43)
ÖBSV
Andreas Gstöttner mischt in der Weltspitze mit.

Als Andreas Gstöttner beim bestbesetzten Weltcup des Jahres in Berlin den Top-10-Platz fixiert hat, war einer kaum zu halten: Teamchef Samo Medved sprang vom Stuhl und jubelte, wie schon lange nicht!

„Der vierte Weltcupbewerb heuer war zugleich der größte und wichtigste, was allein die Teilnehmerzahl von 123 Recurveschützen aus über 50 Nationen bestätigt – aber vor allem die Qualität der Athleten hat‘s ausgemacht, da war alles vertreten, was Rang und Namen hat“, ist Gstöttner auf seinen neunten Platz zurecht stolz. Auch der koreanische Olympiasieger von 2016 Kim Woojin, US-Boy Bradly Ellison und der Franzose Jean-Charles Valladont nutzten den Bewerb als letzten großen test vor der Weltmeisterschaft in Mexiko im Oktober.

Top 20 als erklärtes Ziel

Das große Ziel des 21-jährigen Gstöttner war daher eine Platzierung unter den Top 20. „Mehr durfte ich mir da eigentlich nicht erwarten, doch bereits nach den Qualifikationsrunden am Mittwoch war klar, dass vielleicht doch mehr gehen könnte, denn da lag ich auf Rang zehn“, schildert er.

Doch in der Elimination standen ihm trotzdem von Anfang an echte Kaliber gegenüber. „Ich wußte, dass jeder, der hier unter den 30 in der Quali war, auch das Zeug hatte, zu gewinnen!“

Die ersten beiden Runden gingen dann aber eindeutig an Gstöttner (6:0, 7:1). Doch im 1/16-Finale wurde es gegen den Italiener Mauro Nespoli (Weltranglisten-Neunter) richtig spannend. Der Teamolympiasieger von 2012 forderte Gstöttner alles ab. Doch am Ende siegte der Neulengbach 6:4 und traf Achtelfinale auf die US-legende Bradly Ellison.

Hartes Match gegen Legende

„Es war echt ein hartes Match, bei dem mir Brady ‚keine Luft‘ ließ“, schildert Gstöttner, der zwar das erste Set 2:0 gewinnen konnte, doch dann nicht mehr punktete. Bradly holte dann alles raus, das war Bogensport der Extraklasse“, war Gstöttner mit Rang neun trotzdem zufrieden. „Form und Leistung vor der WM stimmen“, hat er abgehakt, dass es bei der Staatsmeisterschaft „nur“ zum Vizemeistertitel gereicht hat.

Medved war begeistert: „Was Andi in Berlin gezeigt hat, war sehr gut, vor allem ist er fokussiert geblieben“, sprach der Coach vom „krönenden Abschluss seiner Tätigkeit beim ÖBSV“. Bei der WM wird Gstöttner nicht mehr auf die Unterstützung Medveds zählen können, die Zusammenarbeit endet mit Ende August.