Bresnik ist begeistert. Dominic Thiem, vom Innermanzinger Günter Bresnik betreut, glänzte in Barcelona auf seinem „Lieblingsbelag“.

Von Ernst Klement. Erstellt am 03. Mai 2017 (05:06)
APA (AFP)
Thiem hat noch Entwicklungspotential

Dominic Thiem, Schützling des Innermanzinger Tennisgurus Günter Brensik, hat die Scharte von Monte Carlo eindrucksvoll ausgewetzt. Die aktuelle Nummer neun der Tenniswelt zog in Barcelona ins Finale ein, bezwang im Semifinale sogar die Nummer eins der Welt Andy Murray.

„Nach Monte Carlo und Barcelona weiß ich, wo Dominic auf seinem Lieblingsbelag steht“, hatte der Innermanzinger vor diesen Sandplatzturnieren gemeint. Nach Barcelona ist er nun erleichtert: „Der Trainigsaufbau war goldrichtig und endlich hat er auch sein ganzes Potenzial abgerufen!“

Besonders das Semifinale gegen Murray ging in die österreichische Tennisgeschichte ein, denn der Bresnik- Schützling hat geschafft, was bislang nur Thomas Muster und Jürgen Melzer vergönnt war eine aktuelle Nummer eins zu bezwingen — in seinem fünften Anlauf.

Der Sky-Reporter konnte es kaum fassen: „Wow, einfach nur geniale Weltklasse“, meinte er, als Thiem das Spiel diktierte. Und auch Bresnik, der zuhause in Innermanzing das Spiel mitverfolgt hat, riss es immer wieder aus dem Sitz: „Eines der besten Spiele von Dominic“, lobte er. Im dritten Duell mit Murray war es der erste Sieg.

„Im zweiten Satz war die Luft draußen“

Im Finale am Sonntag gegen Rafael Nadal zeigte der Bresnik-Schützling besonders im ersten Satz, dass er auch den spanischen Sandplatzkönig bereits fordern kann. Doch auf dessen Heimcourt „Pista Rafa Nadal“, vor seinem fanatischen Heimpublikum, war der Respekt schließlich doch zu groß.

„Im zweiten Satz war die Luft draußen, aber es soll mir nichts Schlimmeres passieren, als hier in Barcelona gegen den besten Sandplatzspieler aller Zeiten zu verlieren“, nahm Thiem die Finalniederlage gelassen.

Bresniks Erwartungshaltung ist nun aber natürlich auch für das Grand-Slam-Turnier in Paris groß. Und Patrik Strießnig, Thiems guter Freund aus Ollersbach, hält jetzt überhaupt alles für möglich: „Barcelona hat gezeigt, dass auf Sandplatz Nadal die große Ausnahmeerscheinung ist, aber dann kommt schon Dominic“, ist er überzeugt. Eigentlich hätte Strießnig die Daumen vor Ort halten wollen, musste dann aber den Trip kurzfristig absagen. „Zuerst hat mich vor allem geärgert, weil wir uns auch gemeinsam das Fußballspiel Barcelona gegen Osasuna anschauen wollten und schon Tickets hatten, aber jetzt schmerzt es natürlich, diese Sternstunde gegen Murray verpasst zu haben.

Thiem resümierte die Woche, in der er gleich drei briten heim auf die Insel schickte noch am Centercourt bei der Siegerehrung mit Nadal. „Eine tolle Woche war das“, strahlte er und auch Nadal zollte Respekt: „Er hat Weltklassetennis gezeigt und wird sicher einmal diesen Pokal holen.“

Diese Woche trainiert Bresnik mit Thiem in der Südstadt, dann geht es weiter zu den 1000er-Turnieren nach Madrid und Rom.