Kinder-Vierschanzenturnier: Danner segelt allen davon. Der erst 7-jährige Eichgrabner holt den Gesamtsieg beim internationalen Sommerbewerb im Mattenspringen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 08. Oktober 2019 (00:55)
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Zehn junge Stadtadler mit ihren Betreuern Jonas Gritsch und Philipp Häuslerbeim Tourneefinale in Hinzenbach.

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Theo Danner springt beim Vierschanzenturnier-Finale 12,5 Meter.

Die Wiener Stadtadler haben bei der heurigen Kindervierschanzentournee groß aufgezeigt. Vor allem der erst 7-jährige Theo Danner aus Eichgraben hat bewiesen, dass man nicht in den Bergen leben muss, um der beste österreichische Skispringer seines Jahrgangs zu sein.

Die Internationale Kindervierschanzentournee ist mit ihren Bewerben in Reit im Winkl, Berchtesgaden (beide Deutschland), Bischofshofen und Hinzenbach (beide Österreich) das prestigeträchtigste Turnier für Europas Springernachwuchs. 18 Klubs aus Österreich, Deutschland, Tschechien und Polen haben daran teilgenommen.

„Was unsere Athleten gezeigt haben, kann sich sehen lassen“, sagt Trainer Jonas Gritsch, der mit Philipp Häusler die Kinder zu den vier Tourneestationen begleitet hat. „Natürlich stechen unsere Gesamtsieger, Sara und Theo, am meisten hervor. Aber dass wir in der Vereinswertung zweitbester von 18 Skisprungklubs sind, verdanken wir allen Adlern, die ausnahmslos starke Leistungen gezeigt haben.“

Der letzte Gesamtsieg bei den Burschen ist für die Wiener Stadtadler erst drei Jahre her. Nach dem Badener Benedikt Lechner im Jahr 2016 schlägt heuer Theo Danner zu. Dabei war er erst zum ersten Mal bei der Kindervierschanzentournee zugelassen. Nach Siegen in Reit und Bischofshofen sowie einem zweiten Platz in Berchtesgaden, ist er als Gesamtführender nach Hinzenbach gereist. Mit zwei Sprüngen auf 12,5 Meter holt er mit Abstand Höchstweite in seiner Alterklasse, stürzt allerdings im ersten Durchgang und muss den Tagessieg ganz knapp Christoph Foisel vom SK Berchtesgaden überlassen. Den Tournee-Gesamtsieg hat Theo aber trotzdem mit deutlichem Punktevorsprung in der Tasche. Olympia-Silber-Medaillengewinner Michael Hayböck und Vierschanzentournee-Sieger Thomas Diethart übergaben ihm den Pokal als Gesamtsieger der Kindervierschanzentournee.

Sara Pokorny war das überragende Mädchen

Bei den Mädchen holte zum fünften Mal in Folge eine Stadtadlerin den Gesamtsieg. Nach Christina Halla aus Liesing (2016, 2017) und Meghann Wadsak (Wien-Innere Stadt, 2018) zeigte diesmal die Meidlingerin Sara Pokorny (11), welche Sprungkraft in ihr steckt. Sie gewann die ersten drei Tourneestationen und wurde beim Finale mit 21,5 und 20,5 Metern Zweite. Die Weiten waren genau ident mit jenen der Hinzenbacherin Katharina Gruber, nur die Haltungsnoten waren bei der Lokalmatadorin geringfügig besser. Sara war der Gesamtsieg aber nicht mehr zu nehmen.

Auf den dritten Platz in Hinzenbach sprang Minna Scheed (8) aus dem Wienerwald. Mit 8,5 und 9,5 Metern gelangen ihr gute Weiten und starke Punkte. In der Gesamtwertung der Kindervierschanzentournee holte sich Minna in der Mädchen I-Klasse heuer Platz vier.

Die jüngste Athletin im Stadtadlerhorst, Elly Förster (7) aus Schwechat, ist in Hinzenbach zu ihrem ersten Wettkampf angetreten. „Mit 7 und 7,5 Meter-Sprüngen war es eine absolut gelungene Premiere auf Platz fünf“, lobt Gritsch.

Bei den achtjährigen Burschen holt sich Nikita Pokorny aus Meidling Platz sieben in der Gesamtwertung. Mit zwei Sprüngen auf 14,5 Meter wird er beim Tournee-Abschluss Neunter. Platz zehn holt Simon Kleineidam (Wien-Landstraße) bei den neunjährigen Burschen. Er kam auf 14,5 und 16 Meter — Rang zwei in der Tageswertung!

Bei den zehnjährigen Burschen setzt Fabian Zettel aus Gänserndorf zwei tolle Weiten. Zwei Sprünge auf 17,5 Meter bescheren ihm in Hinzenbach Platz elf und Platz zwölf in der Tournee-Gesamtwertung, bei der Fabian allerdings urlaubsbedingt zwei der vier Springen auslassen musste. Tim Wenzel aus dem Wienerwald war ausschließlich beim Springen in Bischofshofen dabei, in der Gesamtwertung kam er bei seinem allerersten Bewerb auf Platz 22.

In der umkämpftesten Klasse, den elfjährigen Burschen, knackte Fabian Plank aus Wien-Wieden, als einer von nur sechs Athleten die 40-Meter-Marke beim Tourneefinale. Mit zwei Mal 42 Metern holte er sich als Sechster sogar eine Medaille. In der Gesamtwertung wurde Fabian Neunter, allerdings ebenfalls urlaubsbedingt mit nur zwei von vier Tourneestarts.

Mit Scheed ist noch ein Wienerwaldspringer top

Gesamtzehnter bei den elfjährigen Burschen wurde Veit Scheed aus dem Wienerwald. Er springt in Hinzenbach 31 und 30 Meter, in der Tageswertung bedeutet das Platz 13. Und Yannick Vesely aus Brigittenau schaffte Sprünge auf 29,5 und 29 Meter — Platz 15 in Hinzenbach und Platz 14 gesamt.

Die Vereinswertung dominiert wie schon in den letzten beiden Jahren der SC Bischofshofen. Dass die Wiener Stadtadler als zweite an die Salzburger heranrücken konnten, ist sensationell. Als einziger der 18 teilnehmenden Vereine haben wir keine eigene Trainingsschanze“, weiß Gritsch. „Die Talente müssen jedes Wochenende für ihre Trainings nach Mürzzuschlag in die Steiermark fahren. Trotzdem zählt der Verein 130 aktive Mitglieder!“