Streit um Burger. Neulengbach meldete seine Stürmerin als erste Profispielerin Österreichs an. „Ein Trick“, findet St. Pöltens Manager.

Erstellt am 01. September 2014 (14:21)
Nina Burger
NOEN
Die oftmalige Torschützenkönigin ist nach ihrem Ausflug in die US-Profiliga zurück bei den Neulengbacherinnen. Die Freude bei der Konkurrenz hält sich darüber freilich in Grenzen. Um überhaupt spielen zu können, wurde Burger noch schnell als Profi angemeldet, ob diese Vorgehensweise aber rechtmäßig ist, darüber scheiden sich die Geister, und das ÖFB-Schiedsgericht mit dem Vorsitzenden Thomas Hollerer wird letztendlich darüber befinden müssen.
Vorerst treten die gegnerischen Klubs nur unter Protest gegen die Neulengbacherinnen an, wie zuletzt am Samstag Südburgenland, das übrigens dem Rekordmeister, bei dem Burger ohne Torerfolg blieb, ein 1:1 abtrotzen konnte. „Wir haben Burger bei der Krankenkasse angemeldet, zahlen Sozialversicherungsbeiträge für sie, somit ist sie Österreichs erster Profi im Frauenfußball“, gibt sich Neulengbachs Neo-Manager Walter Begusch gelassen.

St. Pölten-Manager wittert üblen Trick

„Alle Unterlagen sind in Ordnung, wir haben die Anmeldung von der Gebietskrankenkasse erhalten und den Dienstvertrag, Burger ist jetzt Profifußballerin“, bestätigt NÖFV-Geschäftsführer Haimo Zechmeister, der das Okay gab. „Nur bei einer Reamateurisierung hätte Burger 30 Tage von ihrem letzten Spieltag in den USA — also dem 30. August — pausieren müssen“, erklärt er.

Beim ersten Titelkonkurrenten St. Pölten-Spratzern stößt sich Manager Wilfried Schmaus an der Vorgehensweise der Neulengbacherinnen. „Sie hatten Burger Mitte Juli als Amateur angemeldet, obwohl es keine Freigabe aus den USA gab und Burger noch bis zum 20. August für Texas gespielt hat“, ärgert sich Schmaus. Sie als Profi anzumelden, hält er für einen zweifelhaften Trick. „Auch der NÖSV Neulengbach ist ein gemeinnütziger Verein, hat keine Strukturen, die Profifußball erlauben…“
 

Hintergrund

Die Nationalteam-Spielerin Nina Burger kehrte vergangene Woche von ihrem Engagement bei den Houston Dash in der US-Profiliga NWSL zurück nach Österreich und lief bereits am Samstag für Neulengbach gegen den FC Südburgenland auf.

Da die Übertrittszeit für Amateure in Österreich bereits Mitte Juli geendet hat, wurde Burger vom NÖSV noch rasch als Profi angemeldet. Dagegen laufen die Konkurrenten in der ÖFB-Frauenliga, allen voran der erste Herausforder im Titelkampf St. Pölten-Spratzern, Sturm. Das Schlagerspiel kommende Woche gegen die Neulengbacherinnen werden sie nur unter Protest bestreiten.