Dieter Rudolf: Sieg beim Comeback. Der Altlengbacher Dieter Rudolf hat Corona genützt, um seine Schulterverletzung auszukurieren und gewinnt in Kroatien gleich das erste Rennen nach eineinhalbjähriger Pause.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. Mai 2021 (00:12)
Der Altlengbacher Dieter Rudolf durfte sich in Kroatien gleich beim Comeback über seinen ersten großen Enduro-Rennsieg freuen. Saisonhighlight soll wieder das Erzberg-Rodeo sein.
Denis Peros, Denis Peros

Fast eineinhalb Jahre nach seinem letzten Renneinsatz hat sich der Altlengbacher Dieter Rudolf mit einem Sieg zurückgemeldet. Beim Extreme Enduro Lika in Kroatien fährt der 33-Jährige bei schwierigen Verhältnissen ein kontrolliertes Rennen, macht kaum Fehler und parkt seine KTM im Ziel sicher auf Platz eins. Er verweist den Tschechen David Cyprian (KTM) auf Platz zwei, Dritter wird Toni Mulec (Husqvarna) aus Slowenien.

Nach einer Reihe von pandemie-bedingten Absagen war das Lika eine der ersten namhaften Hard-Enduro-Veranstaltungen in diesem Jahr, die unter Auflagen durchgeführt werden konnten, entsprechend groß war das Interesse. So haben unter anderem auch starke Fahrer aus Deutschland die Reise nach Kroatien angetreten; darunter die GasGas-Piloten Kevin Gallas und Leon Hentschel, beide haben je einen Gesamtsieg in der Hard-Enduro-Series Germany zu Buche stehen.

„Durch die lange Rennpause konnte ich meine alten Verletzungen komplett auskurieren. So gesehen habe ich das Beste aus der tristen Coronazeit gemacht. Ich habe Spaß. So kann es weitergehen!“ Dieter Rudolf

„Kroatien erwartete uns Piloten aber nicht frühlingshaft mild, vielmehr hatte ein letztes Aufbäumen des Winters für teils extreme Verhältnisse gesorgt. Die Organisatoren des Rennens mussten dem Rechnung tragen und einige Checkpoints an komplett unfahrbaren Passagen aus der Strecke nehmen“, schildert Rudolf die beinharten Bedingungen. Der mehrfache österreichische Trialstaatsmeister kam mit den winterlichen und schlammigen Verhältnissen am besten zurecht. Schon beim Prolog am Samstag brachte er sich für sonntägige Rennen ins Gespräch. „Mein Startplatz in der Spitzengruppe garantierte mir eine recht unversehrte Spur, auf der ich gut attackieren konnte“, berichtet er. Sein Sieg 2:08 Minuten vor Cyprian war dann ungefährdet, kam für Rudolf aber durchaus überraschend.

„Mit diesem Sieg habe ich nicht gerechnet! Erstens bin ich körperlich noch nicht zu hundert Prozent fit, was mir gegen Ende des Rennens auch einige Krämpfe deutlich vor Augen geführt haben, und zweitens sind hier ja doch gut zehn Piloten am Start gewesen, die fast Vollprofis sind, die jedenfalls deutlich mehr Zeit fürs Training aufwenden als ich“, freute er sich über seinen ersten großen internationalen Rennsieg „riesig“.

„Mit diesem Sieg habe ich nicht gerechnet!"

Dabei hatte sich Rudolf erst am Montag vor dem Start entschieden, nach Kroatien zu fahren. „Da bedanke ich mich auch sehr bei den Leuten von X-Grip, dass sie mir noch den Startplatz gecheckt und mich beim Rennen unterstützt haben. Der Reifen und das Mousse haben perfekt funktioniert. Nicht ganz so perfekt ist mein Tankstopp gelaufen. Am Tankpunkt sind mehr als 200 Kanister gestanden und ich habe meinen nicht ausfindig machen können. Also habe ich riskiert und bin weitergefahren, ohne zu tanken“, schildert er den für ihn dramatischsten Augenblick des Rennens. „Ich habe mir rasch im Kopf ausgerechnet, dass sich das ausgeht und zum Glück richtig kalkuliert.“

Der Coronapause, die auch für ihn nicht leicht war, kann Rudolf nach diesem Saisonstart sogar Positives abgewinnen. „Es war zwar unglaublich cool, endlich Rennluft zu schnuppern und die vielen altbekannten Gesichter wieder zu sehen, aber für mich hatte die lange Rennpause sicher etwas Gutes. Dadurch konnte ich meine alten Verletzungen endlich komplett auskurieren. So gesehen habe ich das Beste aus der tristen Coronazeit gemacht. Ich bin entspannt, habe Spaß. So kann’s weitergehen!“

Rudolf hatte eine Schulter-OP im Herbst 2019, die damals seine Saison beendet hatte. Nun kann er sich wieder voll auf die Saisonhighlights fokussieren. „Ganz oben am Plan steht natürlich wieder das Erzberg-Rodeo, aber davor bin ich diese Woche bereits in Rumänien beim Hard-Enduro-Arsenal“, schildert er.