Norbert Sedlacek: Route für Weltumseglung wird geändert. Der Altlengbacher Norbert Sedlacek muss bei seiner Weltumseglung auf die Nordwestpassage verzichten. Aber gestartet wird!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. Mai 2021 (00:26)
Norbert Sedlacek kann am 18. Juli noch nicht die Segel zu seiner Ant-Arctic-Lab-Reise setzen. Die kanadische Regierung erlaubt seine Nordwest-Passagen-Durchfahrt nicht. Die Ersatzroute durch die Arktis führt rund zwei Wochen später über Spitzbergen.
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Das Projekt Ant Arctic Lab des Altlengbacher Einhandseglers Norbert Sedlacek steht weiterhin unter keinem glücklichen Stern. Seit fünf Jahren steht die ultimative Bestätigung für sein neues, qualitativ höchstwertiges und sicheres Yachtbau-Konzept aus. Schon dreimal wurde sein Plan, mit der Yacht Open60AAL die Erde auf allen fünf Weltmeeren unter Einbindung der berüchtigten Nordwestpassage zu umrunden, durchkreuzt!

Am 18. Juli wollte er nun den ultimativen Versuch von seinem französischen Heimathafen Les Sables-d’Olonne aus starten. Doch die kanadische Regierung hat am Mittwoch die Durchfahrtssperre der Nordwestpassage für ein halbes Jahr verlängert. „Damit kommen wir heuer nicht mehr durch“, muss er den Routenplan ändern. „Natürlich segle ich durch die Arktis, jetzt allerdings via Spitzbergen“, gibt sich Sedlacek kämpferisch.

An den rund 61.000 nonstop zu segelnden Kilometern ändert sich dadurch zwar nicht viel, allerdings ist die neue Route bei Spitzbergen deutlich gefährlicher. „Die See ist stürmischer und man kommt den Eisbergen sehr nah“, ist ihm auch bewusst, dass in kalten Sommern die Route wegen de Eismassen nicht befahrbar ist. „Allerdings war sie in den letzten drei Jahren offen“, erklärt Sedlacek, der den Starttermin aber nach hinten schieben wird.

Spärterer Reisetermin wegen der neuen Route

„Ich starte zwei oder drei Wochen später als geplant, sollte daher Mitte September am weitesten im Norden ankommen.“ Dass er die Nordwest-Passage streichen muss, ärgert ihn zwar, hat aber vielleicht auch ihre gute Seite. Schon einmal musste Sedlacek dort umkehren, weil er nur drei bis vier Knoten Wind hatte, aber die Gegenströmung gut sechs Knoten beträgt. „Ich hätte mit der Passage noch eine Rechnung offen“, lacht er.

Insgesamt sieben Monate Reisezeit hat Sedlacek eingeplant, auch den 60. Geburtstag wird er damit im Februar auf hoher See verbringen. „Seit 2016 plane ich diese Reise, im Vorjahr kam dann noch Corona hinzu, weshalb ich den Start um ein weiteres Jahr verschieben musste“, ist der Altlengbacher schon ungeduldig. Weitere Vertröstungen der treuen Sponsoren kommen für ihn nicht mehr in Frage.