Salomonische Finallösung für Funda Celo . Punkterichtersystem treibt beim zweiten E-Turnier der französischen Liga Subjektivität auf die Spitze: Funda Celo gewinnt und verliert mit den selben Videos gegen dieselbe Gegnerin!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. August 2020 (00:28)
Besser oder schlechter liegt bei der Kata allein im Auge der Betrachter. Das erlebte Funda Celo auf kuriose Weise.
NOEN

Auch die zehnte Teilnahme an einem E-Tournament, bei dem Video-Aufnahmen von Kata-Performances eingesandt und von Kampfrichtern gemäß der gültigen Turnierregeln bewertet werden, war für die blau-gelben Karateka erfolgreich. Das zweite Turnier der französischen Katana InterContinental Karate-League wies zwar mit 314 Nennungen aus 38 Nationen aller Kontinente nicht die Teilnehmermasse der vorangehenden Wettkämpfe auf, konnte aber qualitativ vollauf mithalten.

SLZ/HASL-Absolventin Funda Celo erreichte sowohl in ihrer Alterskategorie U 21 als auch in der allgemeinen Klasse das Finale und traf in beiden Bewerben auf die starke Italienerin Jennifer Regis. Kurios: Beide Athletinnen absolvierten die gleiche Kata und verwendeten für beide Bewerbe dieselben Videos. Die Bewerbe wurden aber von verschiedenen Kampfrichtergruppen entschieden, die offenbar die Bewertungskriterien anders gewichteten, denn einmal gewann Funda (U 21) und einmal Regis (Allgemeine Klasse). „Der Faktor ‚Subjektivität‘ ist doch erstaunlich groß“, staunte danach auch St. Pöltens „Mr. Karate“ Erhard Kellner.

Siege gab’s auch für Isra und Hilal Celo

Hilal ist mit acht Jahren die Jüngste der Celo-Schwestern, hält aber in ihrer Altersstufe (U 9) mit den älteren Geschwistern mit: Mit klaren Siegen über die Französinnen Decouzon (23,0:22,6) und Milius (23,1:22,0) war ihr der Sieg nicht zu nehmen. Schwester Sima gewann Silber in der U-14-Kategorie. Im Endkampf bezwang sie die Französin Mai-Linh Bui 24,9:24,4.

SLZ-Athletin Isra Celo, die bereits U-16-EM- und WM-Bronze am Konto hat, gewann die Vorrunde und in der Folge auch die Begegnungen mit der Italienerin Dominijanni (24,4:23,7), mit der favorisierten FranzösinFarvacque (25,0:24,6) und im Finale mit Bui (24,8:24,4), die gegen Isras Schwester Sima gewonnen hatte. „Fast wäre ein Doppelcoup gelungen, als Isra auch in der U 17 ins Finale vorstieß“, erzählt Trainerin Marianne Kellner. In diesem machte ihr aber die Venezolanerin Daniela Garcia (24,5:24,6) einen Strich durch die Rechnung.