Zwedorn im Duell mit Ex-Weltmeister. Kirchstettner „Oldie“ lässt in Schwanenstadt im Kampf mit Freddie Spencer Extraklasse am Motorrad aufblitzen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 27. September 2016 (05:36)
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Josef Friedl und Johann Mayer jubelten mit Christian Zwedorn über dessen dritten Platz beim abschließenden Legendenrennen.

Anfang der 90er Jahre zählte der Kirchstettner Christian Zwedorn zur absoluten österreichischen Spitze im Motorradsport. Vor allem die ganz schweren Maschinen hatten es ihm stets angetan, und so sicherte er sich im Jahr 1991 den Staatsmeistertitel der Superbikes über 500 ccm. 1992 fuhr er dann mit seiner Honda noch den 600-ccm-Titel ein. „Es war die Zeit, als die österreichischen Motorradasse auch international noch ein Wörtchen mitreden konnten“, erinnert sich Zwedorn mit einigem Stolz.

Am vergangenen Wochenende wurde nun bei besten Bedingungen in Schwanenstadt die Uhr zurückgedreht. Über 270 Aktive und tausende begeisterte Zuschauer genossen ein Motorradspektakel der Extraklasse, das der MSV Schwanenstadt organisiert hat. Mit nostalgischen Maschinen zeigten Zwedorn und Co nochmals ihr außerordentliches Können. „Der Oberösterreicher Herbert Gastinger stellte mir seine Superbike-Maschine zur Verfügung gestellt, mit der er 1990 den Staatsmeistertitel errungen hatte“, bedankt sich Zwedorn, der die Runden auf dem Gerät so beschreibt: „Es war wie heimkommen auf mein 26 Jahre altes Fahrzeug!“

Und Zwedorn hatte zwei namhafte Honda.Teamkollegen. Niemand geringerer als der 3-fache MotoGP-Weltmeister Freddie Spencer und der zigfache Staatsmeister und WM-Starter Karl Truchsess aus der Steiermark zogen in Schwanenstadt ebenfalls ordentlich am Gasgriff.

Die Bedingungen verlangten den Fahrern alles ab, war bei den Trainings doch die Fahrbahn nass. Zwedorn stellte seine Maschine beim Legendenlauf, zu dem nur ehemalige Staats-, Europa- oder Weltmeister zugelassen waren, auf Startplatz 14 von 25 Teilnehmern. „Das Feld war unglaublich stark, denn in der sechsten Startreihe stand ich neben niemand geringerem als Österreichs 5-fachen GP-Sieger Gustl Auinger“, schildert Zwedorn. Auf trockener Fahrbahn am Sonntag fühlte der Kirchstettner sich aber erst so richtig wohl. Beim Vormittagsrennen belegte er den vierten Platz und am Nachmittag kletterte er sogar aufs Stockerl. „Ich wurde Dritter, unmittelbar hinter Freddie Spencer, der sich auch Truchsess geschlagen geben musste“, konnte Zwedorn selbst sein Glück kaum fassen. Die vom Motorradsammler Gastinger zur Verfügung gestellten Fahrzeuge belegten somit die Plätze eins bis drei.

„Es war ein Wochenende, das ich mit Sicherheit mein ganzes Leben nicht vergessen werde“, schwärmt Zwedorn von der tollen Stimmung beim Treffen mit den vielen alten Freunden. „Weil Konkurrenten sind wir schon lange nicht mehr!“

In zwei Jahren soll der Bewerb erneut stattfinden und für Zwedorn steht fest: „Dann bin ich sicher wieder dabei!“ Als Top-3-Pilot wurde er vom Veranstalter dazu bereits wieder eingeladen. „Einfach herrlich“, freut er sich.