Junger Neulengbacher auf den Spuren von Valentino Rossi. Der erst 12-jährige Neulengbacher Benjamin Baumgartner ist österreichischer Vizemeister bis 85 ccm, zeigt auch international auf.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 22. Oktober 2019 (01:31)
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Ganz der Papa. Der 12-jährige Neulengbacher Banjamin Baumgartner führt das Fahrerfeld an.

Nach dem Supermoto-Titelgewinn im Grenzlandcup des Vorjahres ging der Neulengbacher Benjamin Baumgartner in der heurigen Saison in der österreichischen Meisterschaft der Klasse 85ccm an den Start. Die Rennen wurden in Österreich, Deutschland und Tschechien ausgetragen.

Von Beginn an fuhr der Youngster an der Spitze mit und wurde im Laufe der Saison zum Podiumsgaranten. Bis zum letzten Rennen am Wachauring in Melk war die Meisterschaft spannend und am Ende wurde es für Baumgartner der Supermoto Vizemeistertitel.

„Ein Erfolg, der mich selbst ein wenig überrascht, da ich mich im heurigen Jahr eigentlich mehr auf den Rundstreckensport konzentriert habe“, meinte er.

Mit seiner KTM-RC390-Rennmaschine trainierte er auf Rennstrecken in Ungarn, Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Schnell wurde man in der Szene auf den jungen, ehrgeizigen Motorsportler aufmerksam und lud ihn zu einem Gaststart beim ADAC-Junior-Cup im Rahmen der Moto-GP am Sachsenring in Deutschland ein.

„Das war ein ganz besonderes Erlebnis für mich! Im Fahrerlager habe ich sogar Valentino Rossi und Marc Marquez getroffen“, schildert Baumgartner begeistert. „Wenn das eigene Kind vor 120.000 Besuchern am Start steht, ist es einfach nur unglaublich“, ist auch Vater Ewald, der wie auch Mutter Viktoria bei jedem Rennen dabei war, stolz auf seinen Sohn.

Beim Rennen selbst konnte Benjamin, mit seinen 12 Jahren der mit Abstand jüngste Teilnehmer, sein großes Talent unter Beweis stellen und sich im Mittelfeld behaupten. „Aber beim Versuch, mich von meinen Verfolgern abzusetzen, kam ich dann leider zu Sturz und landete im Kiesbett“, schilder Baumgartner. So wurde es vorerst nichts mit den ersten Punkten im ADAC-Junior-Cup.

8.000 Kilometer auf Europas Straßen

Der Funke des Straßenrennsports war allerdings gezündet und so überredete Benjamin seine Eltern zu einem weiteren Start im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaft IDM in Tschechien. Letzte Woche konnte er dann trotz Wetterkapriolen das Rennen auf dem sensationellen 14. Platz beenden.

„2019 war ein sehr intensives und anstrengendes Jahr für uns alle. Wir haben rund 8.000 Kilometer auf Europas Straßen absolviert, um zu Trainingstagen oder Rennterminen zu gelangen. Jetzt wird das Straßenmotorrad erst einmal in die Ecke gestellt“, erklärt der Vater, der heuer selbst den Titel im Supermoto-Grenzland-Cup einfahren konnte.

Trainiert wird aber auch im Winter, nämlich hauptsächlich Kondition und wenn es die Wetterlage zulässt, auf einer Motocross-Maschine. In welcher Rennserie Benjamin Baumgartner nächstes Jahr an den Start gehen wird, ist noch nicht entschieden. „Ausschlaggebend dafür wird unter anderem die Partner- und Sponsorensuche sein“. erklärt der Vater.