Nachtschicht bringt Isra Celo Silber ein. Neulengbacherin schafft‘s zum Abschluss der Welt-Jugendliga ins Finale. Ihre Schwester Sima holt in Italien den Gruppensieg.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. Dezember 2019 (00:38)
Bundestrainerin Marianne Kellner mit den Neulengbacherinnen Isra (l.) und Sima Celo in Jesolo.
privat

Vor eine gewaltige organisatorische Aufgabe sah sich der italienische Karateverband bei der Abschlussveranstaltung der Welt-Jugendliga gestellt: 3.180 Nennungen aus 65 Nationen in den Altersklassen U 14, U 16 und U 18 ließen den Zeitablauf gewaltig durcheinandergeraten und hielten die Aktiven drei Tage lang bis jeweils Mitternacht in der Sporthalle „Plainvent“ im Lido von Jesolo.

Sima Celo überrascht bei ihrer Premiere

Erstmals bei einem Großwettkampf startete die zwölfjährige Sima Celo in der U 14 (90 Starterinnen, acht Gruppen). Die Drittälteste der Celo-Sisters überraschte gleich mit einem überlegenen Gruppensieg. Gala Sanchez (Spanien), Anna Stella Sestagalli (Italien) und Arijana Kocan (Montenegro) blieben hinter ihr. Als Zweite hinter der starken Spanierin Paola Garcia Lozano überstand sie auch Runde zwei, blieb aber dann in Runde drei als Sechste auf der Stecke. Sie gab damit aber ebenso wie Florian Zöchling (Union Mugendo Pyhra) und Matthias Niederl (Okinawa Goju Ryu Schwechat) eine Talentprobe ab.

Niederösterreichs Hauptstarterin war Isra Celo, Bronzemedaillengewinnerin der U-16-WM von Chile, vom UKA Zen Tai Ryu HAK. Die SLZ/HASL-Athletin stand einer ebenso gewaltigen Aufgabe gegenüber wie die Organisatoren: In ihrer Klasse traten nicht weniger als 121 Karateka aus 27 Nationen an, die auf 16 Gruppen aufgeteilt waren. Die vier Besten jeder Gruppe stiegen in die nächste Runde auf und bildeten acht Gruppen für die nächste Runde.

Die zweitälteste der Celo-Sisters zeigte sich unbeeindruckt und ließ als Beste gleich eine italienische Phalanx von fünf Konkurrentinnen hinter sich. Die zweite Runde entschied die Neulengbacherin gegen starke Konkurrenz aus Russland (Alexandra Nurkenova) und Frankreich (Cassandra Campieri, Caroline Ngoan) ebenso für sich wie Runde drei gegen Paula Escarcena Quesada (Spanien) und Gabrielle De Gregoria (Italien) als Hauptgegnerinnen.

Spätestens jetzt war klar, dass der Kampf um Medaillen in Griffweite lag. Dazu ist ein Platz unter den ersten Drei nötig. Isra Celo „ließ nichts anbrennen“, hielt starke Konkurrentinnen wie die Italienerin Orsola D’Onofrio, die Kroatin Klara Braja und die Tschechin Amalie Ondrouskova auf Distanz und katapultierte sich mit einem neuerlichen Sieg in den Finalkampf um Gold, der nächtens um 22.30 Uhr über die Bühne ging.

Dass die Sport-Handelsschülerin als Weltranglistenzweite den Sieg knapp der Weltranglistenersten Sonia Inzoli (Italien) überlassen musste, sieht sie gelassen: „Ich freue mich sehr, dass ich meine Bronzemedaillen bei EM und WM durch diese Silbermedaille hier bestätigen konnte und bei meinem bisher größten Wettkampf um Gold kämpfen durfte.“

Zwei Podestplätze bei Turnier in Varazdin

Gleichzeitig an einer anderen Front, beim Internationalen Shito Ryu Cup von Varazdin, waren Kristin Wieninger und Verena Köfinger am Start. Nach einem 5:0-Sieg über Gaja Zibrat (Kroatien) blieb die Kremserin Köfinger an der ehemaligen Jugend-EM-Dritten Masa Simonic (Slowenien) hängen, konnte aber Bronze gewinnen. Ähnlich Heeressportlerin Wieninger: Die St. Pöltnerin gewann die Begegnung mit der Ungarin Zsuzsana Kiss klar mit 5:0, musste sich aber „Erzrivalin“ Simonic, gegen die sie in den letzten Jahren meist gewonnen hatte, im Finale 1:4 geschlagen geben und holte Silber.