Finallehrstunde für „kleinen“ Thiem. Ricco Bellotti hatte beim großen Turnier in Ollersbach erneut keinen Gegner. Auch Moritz Thiem konnte ihn nicht fordern.

Von Claus Stumpfer und Ernst Klement. Erstellt am 02. Juli 2019 (02:50)
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Das Siegerbild. Die Finalisten Moritz Thiem und Riccardo Bellotti mit den Turnierhelfern Manfred Schützenhofer und Jasmin Schagerl sowie Bernhard und Heidi Donabaum.

Eine tolle Tenniswoche bei perfektem Tenniswetter endete am Sonntag in Ollersbach mit einem Traumfinale. Die bei Harland spielenden Bundesliga-Helden Riccardo Bellotti und der an Nummer acht gesetzte Youngster Moritz Thiem bestritten am Sonntag auf der schmucken UTC-Anlage das Endspiel des ÖTV-Turniers bei Gluthitze von 38 Grad.

Vor dem Finale gab es noch eine Grußbotschaft von Dominic Thiem aus Wimbledon: „Bei diesem Finale in Ollersbach wäre ich gerne dabei, aber ich drücke auch so Moritz die Daumen!“ Auch Vater Wolfgang und Mama Karin Thiem waren dabei, um ihren Filius beim ersten großen Finale eines ÖTV-3-Turniers anzufeuern — doch vergeblich!

Erneut zeigte Bellotti, der schon im Vorjahr im Finale gegen Mario Haider-Maurer eindrucksvoll gewinnen konnte, dass er der „König von Ollersbach“ ist. Bei seinem Siegeszug war er bei jedem Spiel eine Klasse für sich. 1.950 Euro für den Turniersieg sind der verdiente Lohn.

Auch im Finale dominierte der Wiener aus Italien, den Vater Carlo, der jüngere Bruder Samuel und Freundin Julia, samt deren Sohn Raphael anfeuerten, nach Belieben. „So sehr ich mich auch mit Winnerschlägen von Forehand und Rückhand bemüht habe, Ricco war eine Klasse besser und spielte wie schon für unsere Mannschaft Harland in der Bundesliga begeisterndes Tennis“, gratulierte Moritz am Ende neidlos seinem Freund.

Auch Wolfgang Thiem resümierte anerkennend: „Bellotti war schon einmal in der Weltrangliste unter den Top 200 und befindet sich nach einem kleinen Durchhänger jetzt wieder in ganz hervorragender Form.“

Bellotti selbst bestätigt dieses Urteil. „Ich habe in den letzten fünf Tagen neun Spiele bestritten und alle klar gewonnen. Anfang der Woche hat er auch in Kärnten bei einem ÖTV-3-Turnier Ofner im Finale klar besiegt.

Ofner blieb Bellotti in Ollersbach als Gegner erspart. Der wurde bereits im Viertelfinale von Thiem aus dem Bewerb „gekickt“. Im Semifinale hatte dann Aichhorn gegen Thiem keine Chance. „Moritz hat alle starken Gegner für mich beseitigt“, lacht Bellotti, der im Semifinale mit 6:2, 6:4 noch die schwierigste Hürde zu bewältigen hatte.

Das Turnier in Harland diese Woche lässt Bellotti aber aus. „Ich mache mit meiner Freundin vier Tage in Tirol in einem Wellness-Hotel Urlaub, das nicht einmal einen Tennisplatz hat“, gönnt er sich eine kleine Pause und steigt erst in Wieselburg wieder ins Turniergeschehen ein.

Die Fans aus der Region kamen beim Turnier in Ollersbach voll auf ihre Kosten, denn ihnen wurde dank des Engagements von UTC-Obmann Stefan Wisberger ein Turnier auf Topniveau präsentiert.

Die Pechvögel des Turniers waren aber leider zwei Ollersbacher Urgesteine. Bruno Mangl spielte mit Wildcard, überknöchelte sich aber in der ersten Runde gegen den Qualifikanten Marco Peischl. „Es ist noch im ersten Satz passiert, aber ich habe die Zähne zusammengebissen und sogar gewonnen“, erzählt Ollersbachs Nummer Eins. Erst nach dem Spiel wurden die Schmerzen unerträglich und im Spital diagnostizierten die Ärzte einen zweifachen Bänderriss. Beim Finale saß Mangl aber mit Gips bereits wieder auf der Naturtribüne. „Acht Wochen Pause sind fix“, ärgert er sich aber vor allem, dass er das Achtelfinale gegen Aichhorn w. o. geben musste. „Ich hätte keine Chance gehabt, aber mich trotzdem gerne mit einem Spieler dieses Niveaus gemessen“, meinte er. Mit Wolfgang Stehno musste noch ein Ollersbacher schon vor dem Turnier w. o. geben.

Koubek zeigt bei Exhibition Zauberbälle

Dass dieses Turnier bereits Topniveau hat, zeigte der Besuch von Stefan Koubek. Österreichs Daviscupchef spielte vor dem Finale jeweils ein paar Sätze gegen die Ollersbacher Talente Jasmin Schagerl, Daniel Gallati, Christian Jäger, Erich Hindel und Manfred Schützenhofer. Manch brillianter Ballwechsel sorgte für tosenden Applaus. Auch NÖ Tennispräsidentin Petra Schwarz war am Finaltag vor Ort, ebenso wie Stefan Miedler, der in Wimbledon an der Quali gescheitert war.

Außerdem sorgte der UTC mit vielen Sideevents wie Kidsday, Playersparty und Kulinarik an allen Turniertagen für beste Stimmung.