3. Neulengbacher Trophy: Ricco war wieder zu stark. Riccardo Belotti dominierte die Konkurrenz in Ollersbach. Promi-Turnier steigt erst 2022.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 14. Juli 2021 (01:00)
Nach dem Finale waren alle zufrieden. Wirtschaftsstadtrat Gerhard Schabschneider, Sieger Ricco Bellotti, Finalist Dominik Wirlend und UTC-Obmann Stefan Wisberger (v. l.).
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Nachdem die Tennis-Trophy powered by Sparkasse des UTC Ollersbach im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie aufgefallen war, konnten UTC-Obmann Stefan Wisberger und sein Team heuer das Turnier wieder im gewohnten Rahmen auf die Beine stellen. Neu war abr der für ein ÖTV-Turnier ungewohnte 48er-Raster. „Wir haben das deshalb gemacht, um mehr lokalen Spielern den Zugang zu erleichtern und die Scheu zu nehmen, am Turnier teilzunehmen“, erklärt Wisberger. Der Plan ging auf. „Auch der ÖTV hat interessiert auf das Experiment geschaut“, ist er zufrieden.

An der Spitze gab es allerdings nichts Neues. Auch bei der dritten Auflage war der in Wien lebende Austro-Italiener Riccardo Bellotti nicht zu biegen. Ohne Satzverlust spatzierte er ins Finale, in dem er dann auch der Nummer drei vom St. Pöltner Bundesligisten TC Harland, Dominik Wirlend, wenig Chancen ließ. Wirlend wirkte allerdings von den Spielen davor, speziell dem Halbfinale am Vormittag, das er gegen den Steirer Hans-Peter Kaufmann (TC Kern) schon recht ausgelaugt. Die Hitze am Samstagnachmittag tat für den baumlangen 30-Jährigen ihr übriges. Seine Harlander Klubkollegen Markus Sedletzky und Paul Holzinger waren schon zuvor ausgeschieden.

Kein Profi mehr, aber noch gut im Saft

Bellotti ist seit heuer kein Harlander mehr, er wechselte zum TC Hartberg in die Steiermark und hatte es im Finale auch ziemlich eilig, denn er musste am Sonntagvormittag auch in Deutschland für Augsburg bereits wieder in der Bundesliga spielen. Challenger-Turniere spielt Bellottti allerdings keine mehr, seine Profikarriere hat der Familienvater in der Covid-19-Krise endgültig beendet. Seinem Spiel war das in Ollersbach zwar kaum anzumerken, allerdings an Muskelmasse hat der 30-Jährige seit seiner Glanzzeit, als er Nummer 199 in der Weltrangliste war, doch deutlich abgebaut.

Exot des Turniers war ein ebenfalls 30-jähriger Chilene, der derzeit durch Europa tourt. Heuer spielt Juan Matias Gonzalez Carrasco für den KTK Krems und arbeitet zudem als Privat-Tennislehrer für ein dortiges Talent. Im Viertelfinale endete sein Auftritt aber gegen Wirlend mit einer doch recht glatten 2-Satz-Niederlage.

Bellotti wiederum erlebte noch den meisten Widerstand im Semifinale gegen den Vorarlberger Niklas Rohrer (TC Altenstadt), siegte aber dennoch ungefährdet 6:4, 6:2.

Rahmenprogramm musste abgesagt werden

Wisberger war sportlich mit dem Turnier zufrieden, allerdings die Besucherzahlen waren deutlich niedriger als noch bei den ersten beiden Turnieren vor Corona. „Vielleicht lag es auch daran, dass das geplante Rahmenprogramm abgesagt werden musste.“ Meisterschaftsspieler der Klubs aus dem Wienerwald sollten Doppel mit Ortspromis, die keine Meisterschaftsspieler sind, ebenfalls ein Turnier spielen. Das kam aber letztlich nicht zustande.

„Damit hätten wir eigentlich Publikum anlocken wollen“, gelobt er diesbezüglich Besserung im nächsten Jahr. Bei den Spielern, Sponsoren, allen voran Sparkasse, Sportland NÖ und der Gemeinde, die im Finale durch Wirtschaftsstadtrat Gerhard Schabschneider vertreten war, bedankte er sich herzlich. Schabschneiders Rede ging dann im 17-Uhr-Geläuts der Ortskirche fast unter, aber auch er zeigte sich begeistert von der Qualität des Finales und gratulierte den Spielern.

Umsichtiger Turnierdirektor war einmal mehr Dietmar Fiegl und das Finale schiedste auf gewohnt souveräne Weise Stefan Hirn vom NÖTV.